100 000 Vertriebene nach Gewaltwelle
Aktualisiert

100 000 Vertriebene nach Gewaltwelle

Wegen der fremdenfeindlichen Übergriffe in Südafrika sind mittlerweile mindestens 100 000 Menschen geflohen. Rund 42 000 von ihnen haben kein festes Dach über dem Kopf.

Dies schreibt das UNHCR am Freitag in einer Erklärung. Die Organisation spendete nach eigenen Angaben 2000 Zelte und 7000 Decken. Ausserdem versprach es der südafrikanischen Regierung Hilfe bei der Suche nach geeigneten Plätzen für geplante Schutzlager.

Bei den vor drei Wochen im Johannesburger Armenviertel Alexandra ausgebrochenen Ausschreitungen gegen afrikanische und asiatische Zuwanderer kamen offiziell mindestens 56 Menschen ums Leben. Hunderte wurden verletzt oder vergewaltigt.

Viele der Opfer flohen in Todesangst in Kirchen, Rathäuser und Polizeiwachen oder in ihre Heimatländer. Allein nach Mosambik drängten mehr als 30 000 Menschen. Ebenso wie Simbabwe, Malawi, Äthiopien und Kenia hat Mosambik den Rückkehrern Hilfe beim Transport angeboten.

Aus Furcht vor Racheakten wurde der Schutz südafrikanischer Botschaften in mehreren afrikanischen Ländern verstärkt. Die Schlägertrupps in Südafrika hatten den Zuwanderern vorgeworfen, ihnen Jobs, Häuser und Frauen streitig zu machen. Die Zahl der legal oder illegal im Land lebenden Ausländer wird auf bis zu fünf Millionen geschätzt. (sda)

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