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«BernArtiner»100 bunte Bernhardiner sollen Bern schmücken

Bernhardiner statt Bären: Private und Unternehmen können ab sofort eine überdimensionierte Hunde-Statue erwerben und bemalen. Im Sommer 2017 werden sie ausgestellt.

von
Annina Häusli

Im nächsten Jahr soll es in der Stadt Bern tierisch bunt werden: Mehr als 100 Plastik-Bernhardiner sollen die Berner Altstadt schmücken. Am Dienstag stellte der Verein Bern gestaltet im Naturhistorischen Museum Bern, wo aktuell eine Ausstellung zum weltberühmten Bernhardiner Barry stattfindet, das Projekt vor. Damit wollen die Initianten unter anderem mehr Touristen in die Stadt locken.

Reto Nause, Berns Sicherheitsdirektor und Mitglied des Patronatskomitees, sprach von einer «Win-win-win-Situation»: Das Projekt sei ein Gewinn für die Stadt. Auch die Institutionen, welche sich am Projekt beteiligen, können davon profitieren. «Und zu guter Letzt haben natürlich auch die verschiedenen Institutionen, welche den Erlös bekommen, etwas davon.» Nause kann sich gut vorstellen, für sich einen der Rohling zu kaufen. Selber bemalen würde er den Bernhardiner allerdings trotz einem geschenkten Malschurz nicht: «Das wäre keine gute Idee», sagt er lachend.

‹Gmögige› Bernhardiner passen in die Stadt

Alec von Graffenried sprach als Präsident von Bern Tourismus und Patronatsmitglied von einem Projekt mit internationaler Ausstrahlung, das viele Touristen nach Bern locken soll. Auch vom Motiv zeigte er sich begeistert: «Der Bernhardiner ist ja eher ‹gmögig›, das passt sehr gut zu unserer Stadt.»

Die erste 125 cm hohe und rund 15 Kilogramm schwere Bernhardiner-Skulptur wurde bereits von Pascal Flühmann alias «Kkade» vom Schwarzmaler Kollektiv gestaltet: Den ursprünglich weissen Bernhardiner zieren jetzt etliche Tattoos mit Bern- oder Hundebezug.

Erlös der Auktion geht an gemeinnützige Stiftungen

Die «nackten» und unverzierten Hundeskulpturen können ab sofort bis Ende Februar 2017 auf bernartiner.ch zum Preis von 3000 Franken von Interessierten gekauft werden. Wie die Tiere anschliessend verziert und gestaltet werden, sei jedem selbst überlassen, erklärt Matthias Kuratli vom Trägerverein: «Vorgaben gibt es keine.» Ab dem 1. Juli 2017 werden die farbenfrohen Barrys dann entweder beim Käufer selbst oder an ausgewählten Orten in der Berner Altstadt präsentiert. Am 21. Juni wird es zudem auf dem Bundesplatz eine grosse Vernissage geben.

Nach 90 Tagen werden die «BernArtiner»-Exponate versteigert. Der Erlös soll an gemeinnützige Institutionen gehen. So unter anderem auch an die Fondation Barry, welche die Zucht der Berhardiner-Hunde auf dem Grossen Sankt Bernhard leitet und den Fortbestand der berühmten Hunde sichern will.

Wieso keine Bären?

Die Frage, wieso in Bern eigentlich Hunde und nicht Bären verziert werden, liegt nahe. Die Antwort liegt laut dem Trägerverien in einem Lied des bekannten Berner Chansonniers Werner Jundt. Dieser sang in «D Gschicht vo dr Stadttoufi» über den Stadtgründer Herzog Berchtold von Zähringer, dem beim Anblick eines Bernhardiners vor Schreck der Wortteil «hardiner» im Hals stecken geblieben, und so der Name «Bärn» entstanden sei. An der Medienkonferenz gab Chansonnier Oli Kehrli seine Interpretation des Stücks zum Besten.

Die Berner sind nicht die ersten, die bunte Plastiktiere bemalen und aufstellen lassen: 1998 gab es in Zürich bunte Kühe und 2005 Teddys zu bestaunen, 2000 veranstaltete Luzern das gleiche Prozedere mit Fröschen. Initiiert wurde die Idee denn auch aufgrund des Luzerner Frosch-Projekts, so Kuratli. Unterstützt wird das Projekt unter anderem von der Stadt, Bern Tourismus, der Burgergemeinde, Migros und Coop.

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