USA: 100 Haie verenden am Strand von Alabama
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USA100 Haie verenden am Strand von Alabama

Starker Verwesungsgeruch am Strand alarmiert die Bewohner von Mobile Bay in Alabama: An der Küste entdecken sie Dutzende tote Haie.

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Am Strand von Bellefountaine lagen Dutzende tote junge Bullenhaie — verfangen in Fischernetzen. (Quelle: KameraOne)

Die Menschen von Mobile Bay im US-Staat Alabama machten am Wochenende eine grauenvolle Entdeckung: Am Strand von Bellefountaine lagen Dutzende tote junge Bullenhaie, Welse und einige Krebse. Etwas weiter entfernt fanden sie rund 40 weitere Haie – verfangen in Fischernetzen. Die Bewohner vermuten nun, dass illegale Netze etwas mit dem Massensterben zu tun haben.

«Die Haifische stapelten sich regelrecht am Strand», erzählte Augenzeugin Sabrina Rios dem Lokalsender WTWM. Der Verwesungsgeruch sei «erdrückend» gewesen, kommentierte ihr Ehemann Stoney Adkins. Einige Menschen hätten noch versucht, die Tiere im Sand zu vergraben, damit es in dem Ferien- und Entspannungsort nicht so sehr stinke. Es seien aber zu viele Tierkadaver gewesen.

Für Kiemennetze braucht es eine Lizenz

Die Polizei alarmierte die Biologen des Dauphin Island Sea Lab, die 57 der Haie für eine Obduktion mit ins Labor nahmen. «Was wir bis jetzt erkennen konnten, ist, dass jemand ein Kiemennetz ins Wasser gelegt hat und dass die Jungtiere hineingeschwommen sind. Das hat sie sehr wahrscheinlich verwirrt, denn wenn sich Haie im Wasser nicht bewegen können, sterben sie», sagt Chris Blankenship, Leiter von Marine Ressources, der US-Behörde zur Bewirtschaftung der Meeresressourcen.

Die Fischer sollen versucht haben, die verfangenen Haie aus dem Netz zu befreien. «Irgendwann gaben sie einfach auf und liessen alles liegen», so Blankenship. Ein Teil des am Strand gefundenen Netzes wurde für eine Untersuchung mitgenommen.

Normalerweise brauchen Fischer für Kiemennetze eine besondere Lizenz. Deren Gebrauch wird von der Behörde kontrolliert. «Dieses Netz hatte keine Markierungen, also wissen wir nicht, ob derjenige, der es benutzt hat, es auf legale Weise tat», sagt der Leiter von Marine Ressources. Seit dem Vorfall wird der Strandabschnitt von der Polizei überwacht.

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