100 Jahre Autobus AG Liestal (AAGL) -
Aktualisiert

100 Jahre Autobus AG Liestal (AAGL) -

Die Autobus AG Liestal hat 2005, im hundertsten Jahr ihres Bestehens, den Taktfahrplan eingeführt.

Die Umstellung mit dem neuen SBB-Fahrplan mache die Bus-Fahrpläne übersichtlicher, führten AAGL-Verantwortliche am Dienstag vor den Medien aus.

Für den neuen Busfahrplan wurde laut AAGL-Direktor Hansruedi Bieri eine eigene Software entwickelt. Allein in Liestal hätten 90 Prozent der Zugsfolgen und Abfahrtszeiten geändert. Ziel seien optimale Anschlüsse ohne überfüllte Busse gewesen. Stark benutzte Buslinien würden nun im 15-Minuten-Takt befahren.

Weniger frequentierte Linien könnten indes weniger oft bedient werden. Streng nach Rentabilität betrachtet, müsste die nach wie vor private AAGL laut Bieri drei Viertel ihrer Linien einstellen. Die Rechnung gehe aber dank dem Tarifverbund Nordwestschweiz (TNW) sowie Beiträgen von Kanton und Gemeinden unter dem Strich auf.

Staus eingeplant

Bei einem Gesamtertrag von 16,7 Mio. hatte die AAGL 2003 einen Jahresgewinn von gut 100 000 Fr. ausgewiesen (neuere Zahlen liegen noch nicht vor). Die Umstellung auf den Taktfahrplan hat gemäss Bieri insgesamt rund 300 000 Franken gekostet.

Laut Bieri sollen die Busse auch Schulkinder am Mittag zum Essen heim bringen. Das werde aber immer schwieriger mit der Entwicklung des Schulsystems. Probleme mit staugefährdeten Strecken habe man im neuen Fahrplan einberechnet.

Heute landesweit mit an ÖV-Spitze

Die AAGL hatte 1905 mit der Strecke Liestal-Reigoldswil begonnen, die heute noch zur Hauptlinie gehört. Heute befördert sie auf einem Netz von 111,2 km jährlich rund sieben Millionen Fahrgäste. Die 35 Niederflur-Linienbusse, 3 Reisecars und 6 Kleinbusse legen im Jahr rund 2,2 Mio. km für den Öffentlichen Verkehr zurück.

Das Unternehmen mit 82 Angestellten ist heute nach eigenen Angaben eines der landesweit grössten Privatunternehmen im Öffentlichen Verkehr. Im fünfköpfigen Verwaltungsrat der AAGL sitzen übrigens je zwei ehemalige und aktive bürgerliche Landräte. Auch Bieri war früher freisinniger Volksvertreter.

(sda)

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