Aktualisiert 13.02.2009 13:51

Jubiläum100 Jahre General Motors

Der globale US-Automobilkonzern General Motors (GM) feiert am 16. September 2008 sein 100-jähriges Bestehen. Jahrzehntelang gehörte GM zu den erfolgreichsten Automarken der Welt. Im Jubiläumsjahr kämpft sie jedoch um ihr Überleben.

Das Jubiläumsjahr hat für den grössten Autobauer der Welt schlecht begonnen. GM: Nachdem die Detroiter lange Zeit die unangefochtene Nummer 1 der Autowelt waren, verloren sie im ersten Quartal 2008 die Führung an Toyota. Auch die Halbjahreszahlen sahen nicht gut aus. Ende 2007 erwirtschaftete GM, unter der Leitung von CEO Richard Wagoner, einen Umsatz von 181,1 Milliarden Dollar, zugleich schrieb das Unternehmen mit 38,7 Milliarden Dollar den grössten Verlust in der Firmengeschichte.

Zu lange hat das Unternehmen auf Geländewagen gesetzt. Dadurch nahm GM ineffiziente Strukturen und Qualitätsprobleme in Kauf. Die Geschäftsleitung scheute den Konflikt mit den Gewerkschaften und unternahm daher nichts gegen die hohen Arbeitskosten. Zusätzlich setzen dem Konzern der hohe Ölpreis und die schwache Konjunktur zu.

Liquiditätsengpass

Hohe Betriebskosten verschlingen die Liquidität des Unternehmens. Ende März verfügte GM zwar noch über 31 Milliarden Dollar an flüssigen Mitteln, jedoch braucht der Konzern 18 Milliarden, nur um das tägliche Geschäft am Laufen zu halten. Zusätzlich fallen täglich Kosten von 40 Millionen Dollar an - für Löhne, Zinsen und Zulieferungen. Zum schlechten Konzernergebnis haben in Europa die Marken Opel und Saab beigetragen, wobei Opel in letzter Zeit wieder Schwarze Zahlen schreibt.

Die Summe dieser Faktoren hat General Motors zu drastischen Sanierungsmassnahmen gezwungen. Die Marke Hummer wird der Konzern abstossen. Ebenfalls stehen alle weiteren Tochter-Marken, ausser Chevrolet und Cadillac, zum Verkauf.

Schon 2005 wurden erste Teile der GM Familie verkauft. Die gesamte GM Electro-Motive Division (EMD), die Diesel-Elektro-Lokomotiven und stationäre Dieselmotoren herstellte, wurde im Frühjahr 2005 veräussert. Anfangs 2006 wurden zusätzlich 51 Prozent von GMAC Financial Services, ein Finanzdienstleister rund ums Auto, sowie 78 Prozent der Immobiliensparte GMAC Commercial Holding verkauft.

Der steile Aufstieg einer Marke

Angefangen hat aber alles mit einem raschen von Erfolg geprägten Aufstieg. Am 16. September 1908 gründete William C. Durrant das Unternehmen General Motors. Schon im ersten Jahr erwarb er gleich die Firmen Buick und Oldsmobile. In den 20er und 30er Jahren half GM, Buslinien aufzubauen, um Nahverkehrszüge und Strassenbahnen durch die von GM produzierten Fahrzeuge zu ersetzen.

Im Zweiten Weltkrieg unterstütze der Konzern die Alliierten wie auch die Achsenmächte. Zu diesem Zeitpunkt war Opel schon in GMs Händen. Laut einem Bericht des amerikanischen Senats stellten Tochterunternehmen von GM und Ford rund 90 Prozent der gepanzerten Dreitönner-Lastwagen Opel «Blitz» wie auch über 70 Prozent aller mittleren und schweren Lastwagen des Dritten Reiches her. Alfred P. Sloan, Geschäftsführer von GM, verteidigte das Unternehmen mit der Begründung, dass die Investitionen in Deutschland höchst profitabel seien. Weil alliierte Angriffe die Fabriken von GM und Ford beschädigten, beanspruchten beide Unternehmen nach Kriegsende Reparationszahlungen von der US-Regierung.

Als erster amerikanischer Konzern durchbrach GM im Jahr 1955 die Umsatzbarriere von einer Milliarde Dollar jährlich.

Vielfalt an Marken

Über das vergangene Jahrhundert kaufte GM einige Marken auf. In Nordamerika werden die Marken Buick, Cadillac, Chevrolet, GMC, Hummer, Oldsmobile, Pontiac und Saturn vertrieben. Die Produktion der Traditionsmarke Oldsmobile wurde 2005 aufgrund mangelnder Nachfrage eingestellt. Beim Saturn handelt es sich um einen leicht angepassten europäischen Opel.

In Europa vertreibt GM die Marken Cadillac, Chevrolet, Corvette, Hummer, Opel, Saab und Vauxhall. Vauxhall ist der britische Ableger von Opel-Modellen.

In Asien und Australien schliesslich werden die Marken Daewoo und Holdon vertrieben. Daewoo Fahrzeuge werden seit 2005 jedoch ausserhalb der Republik Korea als Chevrolet in Europa und als Holdon in Australien verkauft.

(scc/zac)

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