Herisau AR: 100 Liter Heizöl flossen in Kläranlage
Aktualisiert

Herisau AR100 Liter Heizöl flossen in Kläranlage

Erneut ist anfangs Juli eine grössere Menge Heizöl in die Kläranlage Bachwis in Herisau gelangt. Da sich solche Vorfälle häufen, ermittelt nun die Polizei.

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rar
Fast hundert Liter Heizöl mussten aus der Glatt aufgefangen und aufwendig entsorgt werden.

Fast hundert Liter Heizöl mussten aus der Glatt aufgefangen und aufwendig entsorgt werden.

Bei der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden ging Anfang Juli eine Meldung ein, dass die Glatt eine unbekannte Flüssigkeit mit sich führen würde. Daraufhin wurde neben einer Streife der Polizei auch die Feuerwehr Herisau aufgeboten wurde. Schnell war klar, dass es sich bei der rötlichen Flüssigkeit um Heizöl handelte. Dieses wurde dann in ein Auffangbecken der Abwasserreinigungsanlage Bachwis in Herisau umgeleitet.

Dort mussten die rund 100 Liter Heizöl von einer Spezialfirma abgepumpt und als Sonderabfall entsorgt werden. Das Klärpersonal konnte durch schnelles Reagieren einen grösseren Schaden verhindern, wie die Gemeinde Herisau am Montag mitteilte. Hanspeter Butz, Leiter der Fachstelle für Gewässerschutz, erklärt: «Wäre die Menge grösser gewesen oder hätten wir nicht sofort reagiert, hätte es übel ausgehen können.»

Öffentliche Kläranlagen sind nicht dafür ausgelegt, grössere Mengen Mineralöl abzuscheiden; die Einleitung von Heizöl ist verboten. Eine gewisse Menge kann mit Ölbinder im Fettfang aufgenommen und dann aufwendig aus der Anlage entfernt werden. Wird das Heizöl im Zulauf aber nicht rechtzeitig entdeckt, gelangt es in die Biologiebecken, schädigt dort die Klärbakterien und kann so zu einem Totalausfall der Kläranlage führen.

Kantonspolizei sucht Zeugen und Hinweise

Die Mitarbeiter der Fachstelle für Gewässerschutz sind laut Butz im Moment sehr aufmerksam: Schon in den vergangenen Jahren hatte es Herisau in dieser Jahreszeit ähnliche Vorfälle gegeben, bei denen Heizöl aufgefangen werden musste.

Die Kosten des Einsatzes und der Entsorgung des Heizöls trägt vorerst der Steuerzahler der Gemeinde Herisau. Wer für das Einleiten des Heizöls verantwortlich ist, ist Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. Mögliche Ursachen sind Verluste beim Heizölumschlag, Tanküberfüllungen oder Leckagen. Eine illegale Restentleerung von Heizöltanks in die Kanalisation sowie die Ableitung von Reinigungsemulsionen, wie sie bei der Tankrevision anfallen, kommen als Ursachen ebenfalls in Betracht.

Hinweise zu den Heizölvorfällen in Herisau nimmt die Kapo AR unter 071 343 66 66 oder info.kapo@ar.ch entgegen.

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