Luzern: 100-Meter-Schlange für Lebensmittel
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Luzern100-Meter-Schlange für Lebensmittel

In Luzern verteilte das Rote Kreuz am Samstag zum zweiten Mal Hilfspakete mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln an Armutsbetroffene. Der Ansturm war riesig.

von
Lukas Hausendorf

Der Bus fährt los, und die Schlange hört nicht auf. Auf einer Strecke von über 100 Metern standen am Samstagvormittag in Luzern an der Maihofstrasse Menschen an. Nicht etwa für einen Corona-Abstrich, wie das dieser Tage so üblich ist, sondern für Lebensmittel. Das Rote Kreuz Luzern hat im Rahmen der Aktion «Essen und mehr» zwischen 10 und 12 Uhr Hilfspakete an Armutsbetroffene verteilt.

Die Aktion wurde bereits das zweite Mal durchgeführt. Schon beim ersten Termin am 19. September war die Nachfrage riesig. «Wir wurden vom Ansturm völlig überrascht», sagt Erica Züst, Geschäftsführerin des SRK Luzern. 170 Einkaufstaschen gefüllt mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln habe man abgegeben. Pro Familie eine Tüte. «Wir hätten aber vermutlich doppelt so viele verteilen können.» Inzwischen wurde aufgestockt. Am Samstag wurden bereits 230 Taschen verteilt.

Weitere Termine geplant

Im Frühling während des Lockdown machten Bilder aus Genf, wo Tausende für Lebensmittel angestanden sind, Schlagzeilen. Da begann man auch beim Roten Kreuz Luzern, über eine Lebensmittelabgabe nachzudenken, und lancierte die Aktion «Essen und mehr», die nun dank Geldern der Glückskette auf den Herbst hin starten konnte.

Züst geht nicht davon aus, dass das Angebot missbraucht wird. «Ich glaube, dass die Leute ehrlich sind und sich keiner in die Schlange stellt, der nicht wirklich darauf angewiesen ist», sagt sie. Im November und Dezember sind noch zwei weitere Ausgabetermine geplant.

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