Aktualisiert 29.06.2016 15:42

Bundesrat100 Millionen Franken für bessere Kinderbetreuung

Der Bundesrat will die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern. Mit höheren Beiträgen für die Fremdbetreuung von Kindern sollen Frauen in den Arbeitsmarkt gelockt werden.

von
mch
Das Betreuungsangebot für Kinder soll verbessert werden: Mittagessen in einer Kinderkrippe in Zürich. (Archivbild)

Das Betreuungsangebot für Kinder soll verbessert werden: Mittagessen in einer Kinderkrippe in Zürich. (Archivbild)

Keystone/Gaetan Bally

Mit zusätzlichen 100 Millionen Franken will der Bundesrat die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern. Er hat seine Pläne heute dem Parlament vorgelegt. Das Geld soll während fünf Jahren zur Verfügung stehen.

Damit würden einerseits Kantone und Gemeinden finanziell unterstützt, die ihre eigenen Subventionen für die familienergänzende Kinderbetreuung erhöhen. Verpflichtet ein Kanton die Arbeitgeber, sich finanziell zu beteiligen, fallen die Beiträge des Bundes umso höher aus. Andererseits will der Bundesrat mit dem Geld Projekte mitfinanzieren, die das Angebot besser auf die Bedürfnisse der Eltern abstimmen. Gefördert werden sollen zum Beispiel Betreuungsangebote ausserhalb der üblichen Öffnungszeiten oder Projekte für die ganztägige Betreuung von Schulkindern.

Arbeitskräftepotenzial besser ausschöpfen

Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern beteilige sich in der Schweiz die öffentliche Hand deutlich weniger an den hohen Kosten für die familienergänzende Kinderbetreuung. Zum Beispiel werden in Frankfurt am Main, Lyon, oder Salzburg gemäss den Zahlen des Bundesrats bis zu 75 Prozent der Kosten subventioniert, während die Stadt Zürich sich bloss mit 34 Prozent beteiligt. Das mitunter ein Grund warum sich die Erwerbstätigkeit beider Elternteile häufig nur bedingt oder gar nicht lohne.

Ziel des neuen Programms ist es nun, die Betreuungskosten für die Eltern zu senken. Vor allem für Frauen soll es sich lohnen, einer Erwerbsarbeit nachzugehen. Damit will der Bundesrat unter anderem erreichen, dass das inländische Arbeitskräftepotenzial besser ausgeschöpft wird.

Widerstand von rechts

Der Bund fördert seit 2003 die Schaffung neuer Betreuungsplätze für Kinder. Das Parlament hat dafür über eine halbe Milliarde Franken zur Verfügung gestellt. Bis heute wurde damit die Schaffung von über 50'000 Betreuungsplätzen unterstützt.

Der Bundesrat hatte die zusätzliche Förderung der familienergänzenden Kinderbetreuung vor einem Jahr zur Diskussion gestellt. Nach seinen Angaben wurden die Vorschläge in der Vernehmlassung gut aufgenommen. SVP und FDP lehnen die Vorlage allerdings ab. (mch/sda)

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