Aktualisiert 31.01.2019 10:52

«Luxusreisli»

100 Post-Kader fliegen zum Meeting nach Vietnam

Swiss Post Solutions hat ein Kadertreffen in Ho-Chi-Minh-Stadt durchgeführt. Die Gewerkschaft bezeichnet das Treffen als «Luxusreisli».

von
fal/kat
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Eine Business-Reise nach Asien sorgt derzeit für Kritik an der Tochterfirma der Post.

Eine Business-Reise nach Asien sorgt derzeit für Kritik an der Tochterfirma der Post.

Keystone
Gemäss Blick soll nicht nur SPS-Chef Jörg Vollmer...,

Gemäss Blick soll nicht nur SPS-Chef Jörg Vollmer...,

Post
...sondern auch Post-Chef Ulrich Hurni in der Business-Class nach Vietnam geflogen sein.

...sondern auch Post-Chef Ulrich Hurni in der Business-Class nach Vietnam geflogen sein.

Keystone/Laurent Gillieron

Das Kader von Swiss Post Solutions (SPS) hat sich sich «heuer einen exotischen Ausflug» gegönnt, wie blick.ch berichtet. Das jährliche Treffen fand am 21. und 22. Januar in Ho-Chi-Minh-Stadt/Saigon statt, dem Hauptstandort von SPS in Asien. Der grösste Teil der über 100 SPS-Chefs sei aus Europa auf Firmenkosten angereist, wie die Zeitung schreibt. Die Post-Tochter beschäftigt weltweit rund 7000 Angestellte.

Zu den genauen Ausgaben des Treffens will die Post demnach keine Stellung nehmen. «Die Gesamtkosten für das diesjährige Meeting mit rund 100 Teilnehmern entsprachen exakt den Kosten der Vorjahre und bewegen sich im normalen Rahmen für die Reise dieser Grössenordnung», erklärt Sprecherin Léa Wertheimer. Die SPS sei eine global aktive Tochtergesellschaft. Da ergebe es durchaus Sinn, dass man sich alternierend an verschiedenen Standorten treffe, wird die Mediensprecherin zitiert.

Kommt Ihnen das bekannt vor? Haben Ihre Chefs auch schon widersprüchliche Dinge getan und damit die Mitarbeiter verärgert? Erzählen Sie uns davon.

Kritik der Gewerkschaften

Syndicom-Sprecher David Roth kritisiert: «Für die Angestellten sind die Arbeitsbedingungen bei der SPS miserabel. Für das Management ganz offensichtlich nicht». Das «Luxusreisli» nach Vietnam zeige, wie abgehoben das Kader sei. Die Gewerkschaft verlangt, dass die Kosten für den Vietnam-Trip offengelegt werden. Ein Insider schätzte die kosten laut «Blick» auf 200'000 Franken.

«Wenn die «konservativ» geschätzten Feierkosten stimmen, dann entspricht das mehr als der Hälfte der Lohnerhöhung, welche die GAV-Angestellten letztes Jahr erhalten haben. », schreibt Roth später in einer Medienmitteilung. «Das Personal leidet darunter doppelt, denn es muss im Kontakt mit den Kunden Häme über das Verhalten der Vorgesetzten über sich ergehen lassen. Die SPS-Führung um Jörg Vollmer schädigt das Ansehen der Schweizerischen Post und verliert gegenüber dem Personal jegliche Glaubwürdigkeit.»

Gemäss Recherchen von «Blick» soll auch Post-Chef Ueli Hurni am Meeting in Ho-Chi-Minh-Stadt teilgenommen haben. Er soll – wie Vollmer – Business Class geflogen sein.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Business-Ausflug der Post für Kritik sorgt. Im Jahr 2016 etwa, als einige Postmanager für einen Workshop in Mallorca tagten.

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