Schweizer Aktien: 1000 Franken an der Börse wurden zu 35’335 Franken
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Schweizer Aktien1000 Franken an der Börse wurden zu 35’335 Franken

Lohnen sich Schweizer Aktien eigentlich? Eine neue Analyse zeigt: Ja, und wie. Je nach Anlagedauer konnten Investoren ihr Geld massiv vermehren.

von
Raphael Knecht
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Eine neue Analyse zeigt: Langfristig investieren lohnt sich.

Eine neue Analyse zeigt: Langfristig investieren lohnt sich.

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Mit Schweizer Aktien konnte man in den vergangenen Jahrzehnten richtig Geld machen.

Mit Schweizer Aktien konnte man in den vergangenen Jahrzehnten richtig Geld machen.

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Wer vor zehn Jahren 1000 Franken in Schweizer Aktien investiert hat, konnte das Geld bis Ende 2019 fast verdreifachen.

Wer vor zehn Jahren 1000 Franken in Schweizer Aktien investiert hat, konnte das Geld bis Ende 2019 fast verdreifachen.

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Darum gehts

  • Eine Auswertung von Börsendaten zeigt, wie viel Geld man in den vergangenen Jahren mit Schweizer Aktien machen konnte.
  • Je nach Anlagedauer konnten Investoren ihr Geld um ein Vielfaches vermehren.
  • Aber es gab teilweise auch lange Durststrecken an der Börse.
  • Das Sparkonto lohnte sich im Vergleich fast gar nicht.

Die Coronavirus-Krise liess die Kurse an den Börsen abstürzen – die Unsicherheit an den Märkten ist trotz einer ersten Erholung weiterhin gross. Langfristige Anleger können sich trotzdem nicht beklagen, wie eine aktuelle Auswertung von Moneyland.ch zeigt.

Wer vor zehn Jahren 1000 Franken in Schweizer Aktien investiert hat, konnte das Geld bis Ende 2019 fast verdreifachen. Und wer bereits vor 40 Jahren eingestiegen ist, hat aus 1000 Franken mittlerweile 35’335 Franken gemacht. Die Berechnungen basieren auf historischen Durchschnittszinsen und -renditen und gehen davon aus, dass sämtliche Dividenden jeweils erneut investiert wurden. Weitere Beispiele siehst du in der Bildstrecke oben.

Jahrelange Durststrecken

Trotz der positiven Gesamtentwicklung musste der Schweizer Aktienmarkt aber auch jahrelange Durststrecken überwinden. «Im schlimmsten Fall kann es auch einmal länger als zehn Jahre dauern, bis Sie wieder aus der Verlustzone herauskommen», wird Benjamin Manz, Geschäftsführer von Moneyland.ch, in einer Mitteilung zitiert.

Wer zum Beispiel 2001, kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase, 1000 Franken in Schweizer Aktien investiert hat, war auch 2011 noch im Minus – im Depot waren dann noch 951 Franken. Das ist besonders unangenehm, wenn man bedenkt, dass man mit 1000 Franken auf dem Sparkonto in diesem Zeitraum rund 77 Franken dazugespart hätte.

Handel an der Börse

Früh einsteigen lohnt sich

Worauf kommt es an, wenn man an der Börse möglichst viel Ertrag erzielen will? Auf den Anlagehorizont und die Risikobereitschaft, wie Migros-Bank-Chefökonom Christoph Sax sagt: «Wie lange kann ich auf das Geld verzichten und kann ich zwischenzeitliche Kursverluste tragen?» Bei langem Anlagehorizont und hoher Risikobereitschaft würde Sax auf Strategiefonds oder breit gestreute Aktienfonds setzen. Setze man hingegen auf Einzeltitel, seien die Kursschwankungen des investierten Vermögens in der Regel höher. Sax’ Tipp: «Wer früh zu investieren beginnt, kann langfristig Vermögen aufbauen.» Er empfiehlt darum einen Fondssparplan. Damit kann man jeden Monat einen fixen Betrag in Strategiefonds einzahlen.

Insgesamt lohnt sich die Börse aber wesentlich mehr als das Sparkonto. Innert der letzten zwanzig Jahre hatte man mit durchschnittlichen Bankzinsen bei 1000 Franken einen Ertrag von rund 115 Franken. An der Schweizer Börse wäre der Ertrag mit 1548 Franken mehr als zehnmal so gross gewesen.

Inflation frisst Erträge weg

Noch stärker zeigt sich der Unterschied, wenn man die Inflation berücksichtigt. Denn über 80 Jahre gesehen, hätte man aus 1000 Franken auf dem Sparkonto 6899 Franken machen können. Um die Inflation bereinigt ist man mit 910 Franken allerdings gar im Minus.

Im gleichen Zeitraum kommt man an der Börse auf 676’245 Franken. Rechnet man die Inflation mit ein, ist es da zwar ebenfalls wesentlich weniger: 88’838 Franken. Die Bilanz ist damit im Gegensatz zum Sparkonto aber immer noch klar positiv.

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