Soziale Netzwerke: 1000 Freunde für 190 Franken

Aktualisiert

Soziale Netzwerke1000 Freunde für 190 Franken

Beziehungen kann man sich nicht kaufen. Im Netz ist das anders, wie ein australisches Unternehmen beweist.

von
hst

Die Firma Usocial bietet auf ihrer Webseite Pakete an, die ab einem Preis von umgerechnet 190 Franken zu haben sind. Inhalt: 1000 Facebook-Freunde. In einer Medienmitteilung bewirbt Firmenboss Leon Hill das Angebot wie folgt: «Facebook ist ein extrem effektives Marketing-Tool, was jeder bestätigen kann, der dort passende Freunde gefunden hat. Letztgenanntes kann aber schwierig sein und da kommen wir ins Spiel.» Wie Hill news.com.au sagte, seien die Freunde real. Sein Unternehmen kontaktiere sie persönlich. Man suche das soziale Netzwerk gezielt nach Mitgliedern ab, welche Fans von Nutzern sind, die zum Beispiel ein ähnliches Produkt anbieten wie der Kunde von Usocial. Dann gehe man davon aus, dass das Mitglied Interesse habe und schicke ihm eine Freundschaftsanfrage. Gegenüber adage.com kündigte ein Facebook-Sprecher an, das Angebot von Usocial genau zu prüfen.

Die Firma bietet überdies Follower für Twitter an. Wer 1000 mehr haben möchte, muss umgerechnet etwa 92 Franken zahlen. Mitte August war es daraufhin zum Streit zwischen Twitter und Usocial gekommen, wie smartcompany.com berichtete. Der Microblogging-Dienst warf dem Unternehmen den Einsatz von Spam-Technologien vor. Usocial wies die Vorwürfe zurück. «Spam ist als Versand von unerwünschten Nachrichten definiert. Da wir Twitter nicht dafür nutzen, sind die Anschuldigungen falsch», sagte Hill damals. Kurzzeitig wurde das Twitter-Angebot anschliessend von der Usocial-Seite entfernt. Zur Begründung hiess es, man sei dank genügend Kunden ausgelastet. Mittlerweile sind die Twitter-Follower aber wieder zu erwerben.

Kein Angebot mehr für digg.com

Im März 2009 hatte Usocial Schlagzeilen gemacht, weil man den Social-Bookmarks-Dienst digg.com im Auftrag seiner Kunden dazu benutzt hatte, ihre Beiträge durch gekaufte Userstimmen populär zu machen. So erschienen sie auf der Startseite und lotsten zahlreiche Surfer auf die jeweiligen Seiten. Digg hatte Usocial daraufhin den Verstoss gegen seine Nutzungsbedingungen vorgeworfen und zum sofortigen Stopp seiner Aktionen aufgerufen. Hill bezeichnete den entsprechenden Brief damals in der Los Angeles Times als «Angstmacher-Taktik». Digg sperrt Nutzer, die beispielsweise Rechner einsetzen, um ihre Artikel zu promoten, aus. Mittlerweile sind keine Angebote für Digg mehr auf der Usocial-Firmenwebseite zu finden.

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