Aktualisiert 07.06.2012 23:40

Frauenfeld TG1000 Gastarbeiter packen bei der Erdbeerernte an

55-Stunden-Wochen und harte Arbeit: Rund tausend Saisonarbeiter aus ganz Europa pflücken im Thurgau die Jahresernte von 1500 Tonnen.

von
Urs-Peter Zwingli
Die Polin Maria Szymanska hilft bei der Erbeerernte.

Die Polin Maria Szymanska hilft bei der Erbeerernte.

Der 23-jährige Ungare Enare Horvath träumt davon, in seiner Heimat eine Autowerkstatt zu eröffnen. «Dafür arbeite ich die nächsten paar Jahre jeden Sommer in der Schweiz», sagt er. Zum zweiten Mal ist Horvath dieses Jahr während fünf Monaten auf dem Grossbetrieb von Landwirt Werner Müller in Steinebrunn bei der Erdbeerernte beschäftigt – gemeinsam mit 45 anderen Gastarbeitern aus Polen, Ungarn, Portugal und Rumänien, davon die Hälfte Frauen. Darunter ist auch die 45-jährige Polin Maria Szymanska. «Dank den guten Schweizer Löhnen kann ich meinem Sohn das Studium finanzieren», sagt sie.

Jetzt, wo die Erdbeerernte auf den Höhepunkt zugeht, stehen lange Arbeitstage an: Rechtlich festgesetzt sind für die Gastarbeiter maximal 55 Wochenstunden bei einem Mindestlohn von 3170 Franken. «Viele Mitarbeiter arbeiten über mehrere Jahre bei uns. Entsprechend verdienen sie dann auch mehr», sagt Landwirt Müller.

So wie Maria und Enare arbeiten im Thurgau laut Schätzungen der Behörden jährlich bis zu 1000 Gastarbeiter aus dem EU-Raum bei Anbau und Verwertung von Beeren, Früchten und Gemüse. Dank der Personenfreizügigkeit gelten ihre Arbeitsverträge gleichzeitig als Arbeitsbewilligung für bis zu sechs Monate.

«Schwarzarbeit kommt nur selten vor», sagt Judith Müller, Leiterin Rechtsdienst des kantonalen Amtes für Arbeit und Wirtschaft, das regelmässig unangemeldete Kontrollen durchführt.

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