Aktualisiert 26.02.2020 14:59

Coronavirus auf TeneriffaSchweizer sitzen mit Infizierten in Hotel fest

Ein Hotel auf Teneriffa wurde unter Quarantäne gestellt, da ein Paar aus Italien sich mit dem Coronavirus infiziert hat. Eine Schweizer Familie sitzt mit fest.

von
fss/kle
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Der Schweizer Beat Dellenbach  sitzt mit seiner Familie im Hotel H10 Costa Adeje Palace auf Teneriffa fest.

Der Schweizer Beat Dellenbach sitzt mit seiner Familie im Hotel H10 Costa Adeje Palace auf Teneriffa fest.

zvg Beat Dellenbach
Am Morgen des 25. Februar 2020 wurde dort die Quarantäne deklariert.

Am Morgen des 25. Februar 2020 wurde dort die Quarantäne deklariert.

zvg Beat Dellenbach
Den Gästen wurden Mundmasken verteilt.

Den Gästen wurden Mundmasken verteilt.

zvg Beat Dellenbach

Die spanischen Gesundheitsbehörden haben einen neuen Coronavirus-Fall im Land diagnostiziert. Auf der Kanaren-Insel Teneriffa wurde am Montag ein Besucher aus Italien positiv auf das neue Virus getestet. Am Dienstagnachmittag bestätigten die örtlichen Gesundheitsbehörden, dass auch seine Ehefrau sich mit dem Virus angesteckt habe.

Seit dem frühen Morgen steht ein ganzes Hotel unter Quarantäne. Die Gäste müssen 14 Tage in Isolation bleiben. Dies teilen die Behörden auf den Kanaren mit. «Am Morgen hat uns jemand einen Zettel mit Anweisungen auf Spanisch, Englisch, Französisch, Deutsch und Italienisch unter die Türe geschoben. Darin heisst es, dass das Hotel gesperrt wurde und wir unsere Zimmer nicht verlassen dürfen», sagt der Schweizer Beat Dellenbach zu 20 Minuten. Die Gäste erhielten zudem Mundmasken. «Wir dürfen weder an den Pool noch ins Restaurant.» Dellenbach war mit seiner Frau und seiner Tochter am Donnerstag auf Teneriffa angekommen, die Familie hätte am Mittwoch wieder abreisen sollen.

Das EDA hat Kenntnis davon, dass im Hotel Palace Adeje auf der Insel Teneriffa mehrere Gäste positiv auf das neue Coronavirus getestet wurden und die lokalen Behörden Quarantäne-Massnahmen für das betroffene Hotel angeordnet haben. Die Schweizer Staatsangehörigen sind wohlauf und befolgen die Anordnungen der verantwortlichen Behörden.

Das EDA ist mit den Personen, von denen es Kenntnis hat, via Mail und Telefon in Kontakt. Ebenso verfolgt es zusammen mit seinen Vertretungen in Spanien die Lage und die Entwicklungen im Land und im betroffenen Hotel aufmerksam und steht im laufenden Austausch mit den spanischen Behörden.

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«Das Hotelpersonal ist völlig überfordert»

Die Situation sei derzeit aber ziemlich wirr. «Wir werden überhaupt nicht informiert. Das Hotelpersonal ist völlig überfordert», erzählt Dellenbach. «Wir wissen im Moment nicht, wie das weitergeht. Ich verfolge die Nachrichten im TV.» Kurz nachdem die Quarantäne deklariert worden sei, sei ein Zelt vor dem Hotel aufgebaut worden. Aus seinem Zimmerfenster kann der Schweizer einen Krankenwagen sehen.

«Irgendwann hatten wir Hunger, da bin ich runter an die Rezeption. Es gab viele Leute dort, obwohl es ja hiess, dass wir in unseren Zimmern bleiben sollten. Viele trugen nicht einmal eine Maske. Einige Familien badeten sogar am Morgen noch im Pool.» An der Rezeption gab man Dellenbach eine Flasche Wasser. Das Frühstück werde allen Gästen im Zimmer serviert, sagte man dem Schweizer. «Sie brachten uns dann etwas mehr Wasser, zwei Früchte und einen unappetitlichen Salat», beklagt er sich.

Dellenbach rechnet nicht damit, dass er am Mittwoch wie geplant abreisen kann. «Ich habe bereits unseren Reiseveranstalter Pomorin über unsere Lage informiert.» Dort sei man ebenfalls auf eine solche Situation nicht vorbereitet.

Hotel arbeitet mit Behörden zusammen

Im Laufe des Nachmittags sind Ärzte des örtlichen Spitals La Candelaria durch die Zimmer gegangen und haben die Gäste getestet. Wie die Lokalzeitung «Diario de Avisos» schreibt, sitzen rund 1000 Gäste im Hotel H10 Costa Adeje Palace fest. Laut Dellenbach befinden sich zwei weitere Schweizer im Hotel.

Bei den beiden infizierten Gästen handelt es sich nach Informationen des Senders RTVE um einen 69-jährigen Arzt aus der Lombardei und seine Ehefrau.

Dieses Video zeigt die wartenden Hotelgäste.

Das betroffene «H10 Costa Adeje Palace» ist ein Vier-Stern-Hotel mit 467 Zimmern auf der Kanareninsel.

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