Schlag gegen Schlepperbanden: 1000 «Sklaven» in deutschen China-Restaurants
Aktualisiert

Schlag gegen Schlepperbanden1000 «Sklaven» in deutschen China-Restaurants

Bei einer bundesweiten Grossrazzia haben insgesamt 1300 Fahnder Wohnungen und Geschäftsräume von Betreibern und Köchen von China-Restaurants durchsucht. Dabei kamen erschütternde Details ans Licht: Mehr als 1000 Chinesen lebten seit Jahren «in Schuldknechtschaft».

Grundlage der Durchsuchungsaktion von Bundespolizei, Zoll und Landeskriminalämtern waren Ermittlungen, denen zufolge seit mehreren Jahren in China insgesamt mehr als 1000 Spezialitätenköche angeworben sowie gewerbsmässig und bandenmässig nach Deutschland eingeschleust wurden.

Den deutschen Behörden sei dabei eine tarifgemässe Beschäftigung der Köche vorgetäuscht worden, erklärten die Fahnder. Tatsächlich sei aber die Arbeitskraft der Betroffenen ausgebeutet und ihnen ein stark untertariflicher Lohn bei stark übertariflicher Arbeitszeit ausgezahlt worden.

Ein florierendes Geschäft

Mutmassliche Drahtzieher sind den Ermittlungen zufolge zwei Chinesen im Alter von 38 und 46 Jahren sowie eine 35-jährige Chinesin, die in der Region Hannover eine nur zu diesem Zweck gegründete Firma betrieben hatten. Die Beschuldigten dürften demnach zusammen mit ihren Mittätern in China aus den Taten einen Erlös im Millionenbereich erzielt haben. Sie wurden bereits im März dieses Jahres festgenommen und sitzen in Untersuchungshaft.

Die Durchsuchungen am Montag in insgesamt 180 Objekten dienten den Angaben zufolge der weiteren Beweissicherung sowie der Sicherung von Vermögenswerten, mit denen die geschädigten Köche ihre Schadensersatzansprüche befriedigen können. Die Auswertung des gesicherten Beweismaterials werde einige Zeit in Anspruch nehmen, hiess es. (dapd)

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