1000 Studierende planen «Stadt der Zukunft»
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1000 Studierende planen «Stadt der Zukunft»

1000 Studierende der Universität St. Gallen (HSG) haben zum Start des Semesters eine Woche lang ihre «Stadt der Zukunft» entworfen.

Das Experiment «FuturoPolis» stand unter der Leitung des New Yorker Architekten Daniel Libeskind.

Am Freitag wurden die Ergebnisse von Libeskind und den Studierenden in der St. Galler Tonhalle präsentiert. 70 Gruppen hatten aus Holz, Abfallstoffen und anderen Materialien ihr Ideal einer Stadt konstruiert. Die 70 Objekte wurden zu einer bunten, skurrilen, futuristischen Grossstadt zusammengesetzt.

Libeskind zeigte sich fasziniert von der Verschiedenartigkeit der FuturoPolis-Objekte. Die «Stadt der Zukunft» dürfe schockieren. Beim Experiment gehe es darum, Ideale und Träume auf den Widerstand des realen Materials treffen zu lassen. FuturoPolis sei eine Synthese zwischen Idealvorstellungen und Realität, sagte der Architekt.

Menschen, Technik, Träume, Schrott

Wiederkehrende Elemente der dreidimensionalen Collagen sind Menschen, Technik, Konsum, Elektronikschrott und andere Abfälle, Grünflächen, Farben und Miniatur-Traumwelten. Ausgehend von Holzstrukturen, die Libeskind zur Verfügung stellte, liessen die HSG-Studienanfänger mit Alufolie, Schnur, Zeitungen, Watte, Schirmen und Ballonen ihrer Kreativität freien Lauf.

Zum Auftakt des Projekts hatten die 70 Gruppen am Montag je eine Verfassung für ihre Stadt der Zukunft skizziert. Davon ausgehend, entstanden die Objekte. In Verhandlungen einigten sich die Gruppen schliesslich auf eine Anordnung der einzelnen Teile zur Stadt. Das Ergbenis bietet den Anblick einer bizarren Grossstadt-Skyline.

Öffentliche Ausstellung

Die Objekte können am Samstag von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag von 10 bis 15 Uhr in der Tonhalle besichtigt werden. Anschliessend wird ein Teil von «FuturoPolis» im St. Galler Kunstmuseum ausgestellt.

Die Universität HSG begrüsst ihre Studienanfänger - diesmal sind es rund 850 - jeweils mit einer Projektwoche. Das Experiment «FuturoPolis» wurde weitgehend über Sponsoren finanziert, wie der Verantwortliche Holm Keller erklärte. Libeskind verzichte auf ein Honorar.

Der 1946 geborene, aus Polen stammende Architekt leitete die HSG- Startwoche mit sichtlichem Vergnügen. Er sei zuvor noch nie in St. Gallen gewesen, habe aber den mittelalterlichen St. Galler Klosterplan studiert, der für die Architektur sehr aufschlussreich sei, sagte er.

(sda)

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