Kampf um Talente – 10’000 Franken pro Semester – Uni Zürich bezahlt Luxus-Stipendien
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Kampf um Talente10’000 Franken pro Semester – Uni Zürich bezahlt Luxus-Stipendien

Die Uni Zürich bezahlt Top-Studenten, die ein Masterstudium absolvieren, bis zu 40'000 Franken. Von den «Exzellenzstipendien» profitieren allerdings nur wenige Studierende.

von
Marcel Urech
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Der Run auf die Top-Talente in der Schweiz ist im Universitätsumfeld stark spürbar. Die Universität Zürich will ihre besten Studierenden nun mit Top-Stipendien belohnen.

Der Run auf die Top-Talente in der Schweiz ist im Universitätsumfeld stark spürbar. Die Universität Zürich will ihre besten Studierenden nun mit Top-Stipendien belohnen.

20min/Marco Zangger
Die finanzielle Situation der Studierenden berücksichtigt die Uni bei der Vergabe ihrer «Exzellenzstipendien» nicht.

Die finanzielle Situation der Studierenden berücksichtigt die Uni bei der Vergabe ihrer «Exzellenzstipendien» nicht.

20min/Michael Scherrer
Die Uni will mit dem Pilotprojekt «einen substanziellen Teil» der Lebenshaltungskosten der Studierenden decken.

Die Uni will mit dem Pilotprojekt «einen substanziellen Teil» der Lebenshaltungskosten der Studierenden decken.

20min/Michael Scherrer

Darum gehts

  • 20 Studierende an der Universität Zürich erhalten bald «Exzellenzstipendien». 

  • Diese sind für die Studentinnen und Studenten mit den besten Noten vorgesehen.

  • Erfüllen zu viele Studierende die Kriterien, entscheidet das Los über die Vergabe.

Die Uni Zürich unterstützt ihre besten Master-Studierenden ab Herbst mit bis zu 10’000 Franken pro Semester. Diese müssen dafür die Kriterien für ein «Exzellenzstipendium» erfüllen. Profitieren von den Stipendien sollen rund 20 Studierende, wie der «Sonntagsblick» schreibt. Wer die Stipendien erhalte, entscheide das Los.

Nur für die Besten der Besten

Der Run auf die Top-Talente in der Schweiz ist im Universitätsumfeld stark spürbar. Der schwedische Forschungsrat rief die Hochschulen im Land sogar dazu auf, gezielt Forschende in der Schweiz abzuwerben. Auch das Aus des EU-Rahmenabkommens und die erschwerte Horizon-Kooperation schmerzen den Unis.

Die Uni will mit dem Pilotprojekt «einen substanziellen Teil» der Lebenshaltungskosten der Studierenden decken. Ihre finanzielle Situation berücksichtigt sie bei der Vergabe der «Exzellenzstipendien» nicht. Die Studentinnen und Studenten brauchen dafür überdurchschnittlich gute Noten und ein Empfehlungsschreiben. Sie müssen zudem belegen, dass sie den Ehrgeiz und das Potenzial haben, Aussergewöhnliches zu leisten.

Die Universität Zürich gibt an, dass das Pilotprojekt erfolgreich sei, wenn das Vorgehen auf Akzeptanz stosse und ein Fundraising die Mittel für eine definitive Einführung der Stipendien generieren könne.

«Studentenleben in Zürich ist teuer»

Doch sind 10’000 Franken pro Semester nicht zu hoch? Nein, sagt Matthias Mölleney, der Leiter des «Center for Human Resources Management und Leadership» an der Hochschule für Wirtschaft Zürich. Da die Stipendien für alle offen stünden, die die Kriterien erfüllen, seien sie fair. Und das Studentenleben in Zürich sei ja auch teuer.

Dass die Universität um ihre besten Talente kämpfe, sei richtig, so Mölleney. Man müsse aber auch die Sicht der Studierenden sehen. Für sie sei es oft nicht interessant, ihr ganzes Studium an der gleichen Universität zu absolvieren.

Um die Talente zu halten, rät Mölleney den Unis, sich möglichst stark mit der Wirtschaft zu vernetzen. Gerade für Studierende, die nach dem Studium einen Job suchen, sei das attraktiv.

Das ist Horizon Europe

Das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation «Horizon Europe» dauert von 2021 bis 2027 und ist mit einem Budget von gut 95 Milliarden Euro das weltweit grösste Forschungs- und Innovationsförderprogramm. Zusammen mit dem Konjunkturmassnahmenpaket «Next Generation EU» soll es den grünen und digitalen Wandel in ganz Europa fördern. Die Schweiz war am Vorgängerprogramm Horizon 2020 voll assoziiert und strebt den gleichen Status für Horizon Europe und damit verbundene Programme und Initiativen an (namentlich Euratom-Programm, ITER und Digital Europe Programme). 

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