Abschaffung gefordert: 1000er ist für Top-Banker nur ein Drogen-Nötli
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Abschaffung gefordert1000er ist für Top-Banker nur ein Drogen-Nötli

Der Londoner Top-Banker Charles Goodhart greift die grossen Scheine an. Sie dienten der Finanzierung krimineller Machenschaften und gehörten abgeschafft.

von
kwo
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Der britische Banker Charles Goodhart hält nicht viel vom grossen Scheinen wie der Tausendernote.

Der britische Banker Charles Goodhart hält nicht viel vom grossen Scheinen wie der Tausendernote.

Keystone/Martin Ruetschi
Sie gehörte gefälligst abgeschafft - dasselbe gelte für den 500-Euro-Schein.

Sie gehörte gefälligst abgeschafft - dasselbe gelte für den 500-Euro-Schein.

epa/Adrian Dennis
Grund: Die grossen Noten würden vor allem von Kriminellen missbraucht. Im Alltag hätten sie hingegen keine Bedeutung.

Grund: Die grossen Noten würden vor allem von Kriminellen missbraucht. Im Alltag hätten sie hingegen keine Bedeutung.

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Kaum jemand benutzt in Europa oft eine 500-Euro-Note. Oder in der Schweiz einen 1000-Franken-Schein. Die wenigen, die das tun – das glaubt zumindest der frühere britische Notenbanker Charles Goodhart – gehören meist dem kriminellen Milieu an. Goodhart ist nämlich der Meinung, dass die wertvollsten Noten nur dazu da sind, Drogengeschäfte zu finanzieren. Das habe er auf einer Konferenz in London gesagt, wo er auch die Abschaffung dieser Noten forderte.

Neu ist seine Forderung zwar nicht. So verzichten britische Banken laut dem «Stern» bereits seit 2010 auf die Ausgabe der 500-Euro-Note. Untersuchungen hätten ergeben, dass 90 Prozent der Kunden, die nach dem Schein fragten, Kriminelle waren. Eine Studie der italienischen Notenbank legte Ähnliches nahe, die sagt: «Es sind vor allem Terroristen, Steuerhinterzieher oder kriminelle Organisationen wie die Mafia, die die wertvollsten Noten nutzten, um grosse Summen möglichst gut versteckt – da sehr platzsparend – transportieren oder waschen zu können.»

Linke wollen Tausendernote abschaffen

Auf diesen Zug wollte auch schon die Schweizer Linke aufspringen. Der hohe Wert der einzelnen Note unterstütze illegale Praktiken, weil er den Transport grosser Summen in bar erleichtere, sagte die Berner SP-Nationalrätin Margret Kiener Nellen. Sie wollte deshalb in der damals anstehenden Revision des Geldwäschereigesetzes die Forderung einbringen, den Tausender abzuschaffen.

Im rechten Lager erntete der Vorschlag nur Kopfschütteln. SVP-Nationalrat Lukas Reimann betonte, es sei völlig legitim, Vermögen als Bargeld zu lagern. Er gab sich überzeugt, die Zunahme des Bargeldbestands habe mit dem Misstrauen der Leute gegenüber den Banken zu tun – und nicht etwa mit illegalen Geschäften.

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