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Chur GR100er-Note – «Gratis zum Mitnehmen»

Ein glücklicher Leser entdeckte am Freitagmorgen in Chur bei einer Bushaltestelle eine 100-Franken Note. Diese wurde nicht vergessen, sondern extra platziert, um das Geld zu verschenken. Das ist Teil des Projekts Butterfly Effect, bei dem man Menschen dazu bewegen soll, einander zu helfen.

von
Leo Butie
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Ein Leser hat am frühen Freitagmorgen eine 100 Franken – Note bei einer Busstation gefunden. Angebracht war eine kleine Notiz, mit dem Vermerk auf den sogenannten Butterfly-Effekt.

Ein Leser hat am frühen Freitagmorgen eine 100 Franken – Note bei einer Busstation gefunden. Angebracht war eine kleine Notiz, mit dem Vermerk auf den sogenannten Butterfly-Effekt.

20min-Community
Der Initiant des Projekts, Chris Casutt, möchte damit etwas Positives bewirken.

Der Initiant des Projekts, Chris Casutt, möchte damit etwas Positives bewirken.

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Wenn man die Seriennummer der Note eintragt, wird Casutt wieder 100 Franken spenden. So könnte man als Finder auch indirekt Geld spenden.

Wenn man die Seriennummer der Note eintragt, wird Casutt wieder 100 Franken spenden. So könnte man als Finder auch indirekt Geld spenden.

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Darum gehts

  • Ein Leser findet an einer Bushaltestelle in Chur 100 Franken.

  • Hinter dem Nötli steckt eine Aktion des Churers Chris Casutt.

  • Mit dem Spenden von Geld möchte er Positives bewirken.

  • Wie lange die Aktion dauern wird, ist noch unklar.

Am Freitagmorgen, als ein Leser den Bus zum Bahnhof Chur nehmen wollte, stach ihm etwas auf der Haltestelle ins Auge. Beim Fund handelte es sich um eine Hunderternote, versehen mit einer kleinen Notiz sowie einem QR-Code. «Nimm das Geld und gönne dir etwas kleines», steht in Handschrift auf dem Zettel. Wenn man die Seriennummer speichert, dann verschenkt der anonyme Spender eine weitere Banknote. «Du entscheidest», steht zum Abschluss mit dem Hinweis auf den Butterfly Effect. «Ich habe kurz Fotos gemacht und die Note aber nicht genommen und wieder so hingelegt, wie ich sie gefunden habe», erzählt der Leser. Er wolle sozusagen auch etwas Gutes tun.

Initiant möchte etwas Gutes bewirken

Initiant der Aktion ist der Informatiker Chris Casutt, der ebenfalls in Chur wohnhaft ist. Es gehe ihm darum, eine positive Änderung zu bewirken. «Ich fragte mich, ob ich mit dieser Aktion etwas Positives bewirken kann», sagt Casutt, der das Projekt vor wenigen Tagen lanciert hat. Er wisse nicht, was passieren wird, wenn man das Geld verschenkt. Es sei auch egal, ob sich jemand ein Playstation-Spiel kauft oder das Geld an Bedürftige weitergibt. «Ich wünsche jedenfalls, dass sich die Idee ausbreitet und andere ebenfalls mitmachen wollen», so Casutt. Besonders in dieser schwierigen Zeit ist es wichtig, Gutes für andere Menschen zu tun. Doch auch sich selbst sollte man öfters belohnen. «Das macht man ebenfalls zu wenig meiner Meinung nach», sagt Casutt.

Butterfly Effect

Beim Schmetterlingseffekt (Butterfly Effect) handelt es sich um die Theorie, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings reicht, um einen Wirbelsturm auf der anderen Seite des Globus auszulösen. Bei den Geldverschenk-Aktionen geht es also darum, dass jemand mit einer guten Tat eine weitere gute Tat bewirkt.

Auf der Website, die Casutt eingerichtet hat, kann man die Seriennummer der gefundenen Note eingeben. Wenn das jemand macht, wird Casutt wiederum 100 Franken unter die Leute bringen. Somit könnte der glückliche Finder nicht nur für sich etwas bewirken, sondern verteilt indirekt wieder Geld. «Es ist auch ein persönliches Experiment. Ich will wissen, wie sich das Ganze entwickeln wird und will herausfinden, ob der Wille der Menschen vorhanden ist», meint der 33-Jährige. Wie lange die Aktion laufen wird, kann er sich noch nicht ausmalen. «Falls niemand die Seriennummern eintragt, dann ist das Projekt schnell wieder vorbei», schmunzelt Casutt. Doch auch mit diesen Taten wäre bereits viel Positives bewirkt worden.

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Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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