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Rega App108 000 Nutzer, 9 Rettungen, 300 Fehlalarme

Seit rund einem Monat gibt es die iRega für das iPhone. Die Applikation ist ein grosser Erfolg. Das Testalarmsystem begreifen aber nicht alle. Deshalb gibt es Fehlalarme.

von
feb
Die Schweizerische Rettungsflugwacht hat seit dem 2. Februar eine kostenlose App in Apples App Store, die das rasche Alarmieren mit dem iPhone erlaubt.

Die Schweizerische Rettungsflugwacht hat seit dem 2. Februar eine kostenlose App in Apples App Store, die das rasche Alarmieren mit dem iPhone erlaubt.

Zwei Schneeschuhläufer stapfen in der Furka-Region durch den Schnee. Plötzlich verletzt sich einer unglücklich und kann nicht mehr weiter. Sein Kollege schlägt Alarm. Nicht per Telefon, sondern über die Applikation «iRega». Dank dieser werden die Koordinaten der beiden Berggänger per SMS an die Rega-Einsatzzentrale übermittelt. Kurz kann eine Sprachverbindung aufgebaut werden, das Gespräch ist wegen des schlechten Empfangs im Gebiet aber schwierig. Allerdings genügen die Angaben aus der App, um den Rettungshelikopter punktgenau zum Unfallort zu führen. Wenig später wird der Mann mit einer Rettungswinde geborgen.

Dies passierte am 5. Februar dieses Jahres. Es war das erste Mal, dass eine Person dank der «iRega»-App gerettet werden konnte. Rund einen Monat später haben sich diese bereits 108 000 Nutzer heruntergeladen. Somit ist das iPhone-Programm unter den Top Ten der meistgeladenen Applikationen. Insgesamt konnten neun Menschen, die durch «iRega» Hilfe anforderten, gerettet werden.

300 Mal Fehlalarm

Allerdings gingen seit der Einführung der Applikation auch Fehlalarme ein. 300-mal klingelte das Telefon in der Einsatzzentrale fälschlicherweise. «Die Anrufer entschuldigten sich und gaben an, die Applikation falsch bedient zu haben», sagt Rega-Sprecher Christian Trottmann gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Vor «iRega» seien Fehlalarme bei der Rega kein Thema gewesen.

Zu Fehlalarmen kommt es, weil die Anrufer eigentlich den Ernstfall proben wollen. Dies ist mit dem Testalarmsystem von «iRega» möglich. Dieses muss aber zuerst aktiviert werden. Viele scheinen das zu vergessen und spielen deshalb den «scharfen» Ernstfall durch. Das Testsystem hingegen simuliert einen Alarmierungsvorgang, der keine telefonische Verbindung zur Einsatzzentrale herstellt. 28 000 nutzten den Service bisher.

Bis 400 Anrufe pro Tag

Für die Rega sind die Fehlalarme kein Problem. Sie seien für die Einsatzleiterinnen und Einsatzleiter keine nennenswerte Zusatzbelastung, sagt Trottmann. Zum Vergleich: In Spitzenmonaten gehen bei der Rega-Alarmzentrale bis zu 400 Anrufe pro Tag ein. 300 Fehlalarme in einem Monat sind im Verhältnis dazu eine kleine Zahl.

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