Aktualisiert 08.03.2004 22:45

11% der Gastrobetriebe «gesundheitsgefährdend»

Die Hygiene in Zürcher Beizen ist nach wie vor beklagenswert, wie neuste Zahlen zeigen. Eine weisse Liste könnte für Transparenz sorgen.

Das Lebensmittelinspektorat Zürich hatte im vergangenen Jahr 3796 Gastrobetriebe in der Stadt zu kontrollieren. «Von 11 Prozent (471 Betriebe) geht eine erhebliche gesundheitliche Gefahr aus», heisst es in einem Bericht des Umwelt- und Gesundheitsschutzes Zürich (UGZ). In 57 Fällen kam es zur Strafanzeige, 51 Betriebe wurden zwangsgeschlossen. «Um die Hygienesituation zu verbessern, intensiviert der UGZ die Zusammenarbeit mit Zürichs Gastrounternehmen», sagt UGZ-Direktor Bruno Hohl. Zudem werde zusammen mit den Konsumentenverbänden ein Label geprüft, das

an hygienisch einwandfrei geführte Betriebe vergeben werden könnte.

Für Ernst Bachmann, Präsident von GastroZürich, ist

eine weisse Liste mit sauberen Restaurants kein Thema:

«Wir wollen keine Zustände wie in Amerika, wo jeder Beizer 30 Tafeln vor der Türe hängen hat.» Aus einem anderen Grund ist auch Konsumentenschützerin Jacqueline Bachmann gegen eine solche Zertifizierung: «Nur weil jemand die Gesetze einhält, ist das noch lange nicht lobenswert.» Für mehr Transparenz würde laut Bachmann eine schwarze Liste mit sämtlichen Grüsel-Beizern sorgen.

Alexandra Roder

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