Tony Hawk übertrumpft: 11-jähriger Skateboarder steht historischen Trick
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Tony Hawk übertrumpft11-jähriger Skateboarder steht historischen Trick

Gui Khury aus Brasilien schafft in der Halfpipe unglaubliche drei Drehungen um die eigene Achse. Den «1080» hatte vor ihm noch niemand geschafft – auch nicht die Superstars der Szene.

Den «1080» als erster Mensch gestanden: Gui Khury.

Video: AP

Schon vor diesem Wochenende war Gui Khury ein höchst talentierter Skateboarder. 11 Jahre jung, einer von ganz wenigen in der Szene, die den bis dahin schwierigsten je gestandenen Sprung geschafft haben: Den «900», zweieinhalb Drehungen um die eigene Achse also. Spätestens mit diesem Trick erlangte Tony Hawk, der Superstar der Szene, 1999 Legendenstatus – Hawk war der erste, der den «900» stand.

21 Jahre später schreibt Khury die Skateboard-Geschichte neu – oder erweitert sie zumindest um ein ruhmreiches Kapitel. Der Schauplatz ist dem Ereignis eigentlich nicht würdig, dafür passt er umso besser in diese Corona-Zeit. Es ist kein umjubelter Wettkampf mit Fans, nein: In der eigens für ihn gebauten Halfpipe gleich neben dem Haus der Grossmutter schafft der Brasilianer Historisches. Als erster Mensch überhaupt steht er den «1080» – das sind drei komplette Umdrehungen um die eigene Achse und damit eine halbe mehr als alle anderen vor ihm.

«Ich dachte mir: ‘Oh mein Gott, was habe ich gerade getan?’», sagt Khury im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Der Junge denkt aber bereits wieder voraus: «Ich will weiter trainieren, um den Sprung auch an Wettkämpfen stehen zu können. Und ich träume davon, noch eine Drehung mehr zu schaffen.» Zur Feier des Tages habe er sich von seinen Eltern Maccaroni mit Käse gewünscht.

Wahrscheinlich ist seinem Vater Ricardo Khury Filho das historische Ausmass des Sprungs eher bewusst. Er betreut die Social-Media-Kanäle seines Sohnes und hat die Halfpipe eigens für seinen Sohn bauen lassen. Den Erfolg verdanke dieser unter anderem ausgerechnet der aktuellen Situation: «Die Isolation während des Coronavirus hat ihm geholfen. Weil sich sein Leben sonst nur um die Schule dreht und er nicht genügend Zeit hat, um zu trainieren. Nun isst er gesünder und hat mehr Zeit, sich auf sein Training zu fokussieren.» Und die Legenden seines Sports in den Schatten zu stellen.

(te)

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