11 Millionen Kleinkinder sterben jährlich
Aktualisiert

11 Millionen Kleinkinder sterben jährlich

Das UNO-Ziel, bis 2015 die Kindersterblichkeit um zwei Drittel zu senken, wird klar verfehlt: Jährlich sterben immer noch 11 Millionen Kleinkinder an behandelbaren Krankheiten.

Der Bericht «Fortschritt für Kinder» des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF, der in New York veröffentlicht wurde, hält fest: Schlechte Ernährung sowie Mangel an sauberem Wasser und sanitären Installationen spielen bei rund der Hälfte aller Todesfälle eine Rolle.

Die Kinder unter fünf Jahren sterben zudem oft an schweren Atemwegserkrankungen (18 Prozent), Durchfall (15 Prozent), Malaria (10 Prozent) und Masern (5 Prozent). Nicht angemessene Bedingungen für gebärende Frauen tragen ebenfalls zur hohen Sterblichkeitsrate bei (23 Prozent).

Mit einfachen Mitteln und geringen Kosten könnten Millionen Kinderleben gerettet werden, schreibt UNICEF. Denn häufig führten einfache, bei medizinischer Behandlung harmlose Erkrankungen zum Tod der Kleinkinder.

Atemwegserkrankungen oder Durchfall etwa liessen sich bereits durch einfachste Mittel behandeln, erklärte UNICEF-Chefin Carol Bellamy. Zucker-Salz-Lösungen, Impfungen gegen Masern oder Tetanus und der Zugang zu sauberem Wasser seien lebensrettend.

Nach dem UNO-Ziel soll die Sterblichkeit der unter Fünfjährigen zwischen 1990 und 2015 um jährlich mindestens 4,4 Prozent im Durchschnitt sinken. Insgesamt wird eine Verringerung um zwei Drittel angestrebt.

Gemäss UNICEF-Bericht haben jedoch 82 Länder von 1990 bis 2002 keinen oder einen nur minimalen Fortschritt bei der Senkung der Kindersterblichkeitsrate gemacht. In 16 Staaten gab es deutliche Rückschritte, da die Kindersterblichkeit sogar noch anstieg.

Besonders drastisch ist die Lage in Afrika südlich der Sahara. Eines von sechs Kindern sterbe dort noch vor seinem 5. Geburtstag, steht in dem Bericht. Am höchsten ist die Kindersterblichkeit in Sierra Leone: mehr als eines von vier Kindern wird keine fünf Jahre alt. (sda)

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