Aktualisiert 21.03.2006 16:33

11. September: FBI-Beamter warnte Chefs 70 Mal vor Flugzeugattentat

Der Prozess gegen Zacarias Moussaoui bringt Erstaunliches zu Tage. Ein FBI-Beamter hat vor dem 11. September 2001 seine Vorgesetzten über 70 Mal vor einer möglichen Flugzeugentführung durch einen Terroristen gewarnt, - ohne ein einziges Mal Gehör zu finden.

Was immer er unternommen habe, um Unterstützung zu finden, sei im Nichts verlaufen, sagte der FBI-Mitarbeiter Harry Samit am Montag (Ortszeit) im Prozess gegen den mutmasslichen Terroristen Zacarias Moussaoui aus. Seine Warnungen ergaben sich aus dem Verhör Moussaouis.

Er habe auf wiederholte Anträge auf Genehmigung zur Untersuchung von Moussaouis Computer entweder keine Antwort erhalten oder seine Vorstösse seien auf Grund von «Formfragen» zurückgewiesen worden, sagte Samit aus, der den Vorgesetzten «kriminelle Fahrlässigkeit» bescheinigte.

Ironischerweise hatte die Anklage selbst den FBI-Beamten als Zeugen aufgerufen, um nachzuweisen, dass Moussaoui während der Vernehmungen gelogen habe. Im Kreuzverhör durch die Verteidigung nahm die Zeugenaussage dann eine andere Wendung.

Moussaoui, der in den USA Flugstunden genommen hatte, war im August 2001 festgenommen worden. In dem Verfahren in Alexandria bei Washington geht es lediglich um die Festsetzung des Strafmasses - lebenslange Haft oder Hinrichtung, da sich Moussaoui zuvor selbst in wesentlichen Anklagepunkten schuldig bekannt hat.

Nach eigenen Angaben war er nicht in die Attacken vom 11. September verwickelt, sondern sollte in einer zweiten Anschlagswelle ein Flugzeug ins Weisse Haus steuern.

(sda)

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