Aktualisiert 02.10.2017 15:24

Grounding von Monarch Airlines

110'000 Passagiere stecken in ihren Ferien fest

Die fünfgrösste britische Fluggesellschaft, die Monarch Airlines, ist pleite. Alle Flüge wurden storniert. Die Regierung spricht von der grössten Rückholaktion in Friedenszeiten.

von
chk/dob
1 / 5
Es bleiben alle Maschinen am Boden: Ein Airbus der Monarch Airlines.

Es bleiben alle Maschinen am Boden: Ein Airbus der Monarch Airlines.

Keystone
Monarch musste laut britischer Regierung Insolvenz anmelden.

Monarch musste laut britischer Regierung Insolvenz anmelden.

Ex-Press/Oliver Berg/EPA
Laut Regierung laufe derzeit die grösste Rückholaktion in Friedenszeiten. Rund 110'000 Passagiere stecken in ihren Ferien im Ausland fest.

Laut Regierung laufe derzeit die grösste Rückholaktion in Friedenszeiten. Rund 110'000 Passagiere stecken in ihren Ferien im Ausland fest.

AP

Die britische Fluggesellschaft Monarch Airlines hat am Montagmorgen überraschend ihren gesamten Flugbetrieb eingestellt. Sämtliche Flüge wurden abgesagt, wie die britische Flugbehörde CAA mitteilte. Sie sprach am Montag vom «grössten Scheitern einer Airline», das es in Grossbritannien je gegeben habe.

Der Flughafen Genf ist nicht betroffen, wie ein Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Die Fluggesellschaft fliegt nur im Winter nach Genf. Die frei werdenden Slots würden von anderen Fluggesellschaften übernommen.

«Beispiellose Situation»

Alle Flüge der Fluggesellschaft, die vor allem bei britischen Reisenden beliebt ist, wurden abgesagt. Weitere rund 300'000 Buchungen wurden storniert. 110'000 Passagiere befinden sich derzeit noch im Ausland.

Die britische Regierung bat die Flugbehörde, andere Flüge für die gestrandeten Passagiere von Monarch im Ausland zu organisieren. Dies sei eine «beispiellose Situation». Monarch-Kunden mit einem Ticket wurden aufgefordert, nicht zum Flughafen zu fahren.

Beunruhigende Situation für Touristen

Monarch musste laut britischer Regierung Insolvenz anmelden. Die Regierung sprach von der grössten Rückholaktion in Friedenszeiten.

Verkehrsminister Chris Grayling sagte laut Mitteilung, dies sei eine sehr beunruhigende Situation für die betroffenen britischen Touristen. Seine erste Priorität sei es, die Passagiere nach Hause zu holen. Niemand solle die Grösse der Herausforderung unterschätzen.

Harte Konkurrenz

Die Pleite hatte sich angekündigt. Immer wieder hatte die Airline akute finanzielle Probleme, so dass die Eigentümer in den letzten Jahren mehrmals Geld einschiessen mussten. Zu schaffen machte Monarch die harte Konkurrenz durch Billig-Airlines.

Bis zu einem Ultimatum am Sonntagabend hätte Monarch den Nachweis erbringen sollen, dass sie für die Aufrechterhaltung des Flugbetriebs genügend finanziell gepolstert ist.

Ticketpreise vervierfacht

Offenbar hatte das Management bereits einige Wochen vor Ablauf des Ultimatums nicht mehr an eine Rettung geglaubt. Die Ticketpreise waren über Nacht um das Vierfache gestiegen, wie die Zeitung Independent berichtete. Damit waren die Angebote gegenüber anderen Billig-Airlines wie Ryanair, Easyjet oder Norwegian nicht mehr konkurrenzfähig. Monarch wollte damit den Schaden einer allfälligen Pleite so gering wie möglich halten: Je weniger Passagiere im Urlaub, desto weniger Passagiere müssen nach einem Grounding zurückgeholt werden.

Über 40 Destinationen angeflogen

Der Urlaubsflieger Monarch gilt als fünftgrösste britische Fluggesellschaft. Die Airline wurde 1968 gegründet. Sie flog aus ihren fünf Basen London Gatwick, Birmingham, Manchester, Leeds-Bradford and Luton in Grossbritannien über 40 Destinationen an.

(chk/dob/sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.