«Ich war beeindruckt»: 1181 Gotthard-Fragen an Doris Leuthard
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«Ich war beeindruckt»1181 Gotthard-Fragen an Doris Leuthard

Über tausend Leser haben Doris Leuthard im Live-Chat eine Frage gestellt. Nach der Aktion beantwortet die Bundesrätin sieben davon auch noch vor laufender Kamera.

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jbu/daw

Das Interesse am Live-Chat mit Doris Leuthard war gewaltig: 1181 Personen reichten am Dienstag ihre Frage zur Gotthard-Abstimmung ein. Während einer Stunde beantwortete die Verkehrsministerin online zahlreiche der Leseranliegen. «Ich war beeindruckt, wie vielseitig und wie fundiert die Fragen waren», sagte Leuthard anschliessend. «Das ist der beste Beweis dafür, wie gut sich die Bevölkerung in der direkten Demokratie informiert.»

Besonders viele Fragen gingen zur Finanzierung der zweiten Röhre, zu alternativen Sanierungslösungen und zum Alpenschutz ein. Die Frage, weshalb das Projekt nicht mittels Tunnelgebühr finanziert werde, wurde dutzendfach gestellt. «Ich persönlich fand das prüfenswert», antwortete Leuthard auf eine entsprechende Frage. Leider sei diese Lösung in der Vernehmlassung und in der Verkehrskommission aber auf wenig Anklang gestossen.

Verbindung zur Aussenwelt

Die Debatte zeige, dass der Gotthard in der Schweiz einen ganz besonderen Stellenwert habe, sagte Leuthard. «Eine Sanierung des Gubristtunnels würde nie so kontrovers diskutiert. Das dürfte daran liegen, dass der Gotthard halt historisch schon immer die Verbindung der Schweiz zur Aussenwelt war.» Als Handelstor habe er uns Reichtum gebracht.

Gemäss der Abstimmungsumfrage von 20 Minuten hat die Gotthardvorlage gute Chancen, am 28. Februar vom Volk angenommen zu werden. 58 Prozent hätten «Ja» oder «eher Ja» gestimmt, hätte die Abstimmung letzte Woche stattgefunden. Ablehnend antworteten 31 Prozent, rund jeder Zehnte ist noch unentschlossen. «Das Resultat deutet darauf hin, dass wir eine Lösung gefunden haben, die der Bevölkerung offensichtlich zusagt», so Leuthard. «Die Debatte ist aber noch nicht gelaufen. Wir informieren darum weiter und lehnen uns nicht zurück.»

Im Video beantwortet Leuthard weitere Leserfragen.

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