12 Jahre für den Kofferbomber von Köln
Aktualisiert

12 Jahre für den Kofferbomber von Köln

Ein libanesisches Gericht hat einen der mutmasslichen Kofferbomber von Köln am Dienstag zu zwölf Jahren Haft verurteilt.

Drei Mitangeklagte wurden freigesprochen, wie Verteidiger Fauas Sakarija weiter mitteilte. Dem zu Gefängnis und Zwangsarbeit verurteilten Jihad H. wird ebenso wie dem in Deutschland angeklagten Youssef Mohamed E.H. vorgeworfen, am 31. Juli vergangenen Jahres im Kölner Hauptbahnhof Sprengsätze in zwei Regionalzügen deponiert zu haben. Offenbar kam es nur wegen eines technischen Fehlers nicht zur Explosion.

Als Tatmotiv führte Jihad H. in Vernehmungen an, er habe sich für die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in europäischen Zeitungen rächen wollen. Die Verteidigung hatte Freisprüche für alle vier Angeklagten gefordert. Sie seien sich der Konsequenzen ihres Tuns nicht bewusst gewesen. Dagegen erklärte die Staatsanwaltschaft in ihrem Schlussplädoyer Anfang Dezember, die Verdächtigen hätten zweifellos die Absicht gehabt, bei den Anschlägen zu töten.

Der Prozess gegen Youssef Mohamed E.H. begann Dienstag in Düsseldorf. Das Beiruter Strafgericht verurteilte ihn in Abwesenheit zu lebenslanger Haft. Videoaufnahmen vom Kölner Hauptbahnhof zeigen, wie die beiden Hauptverdächtigen am Mittag des 31. Juli mit ihren Koffertrolleys die Gleise betreten und getrennt voneinander in die Regionalzüge nach Hamm und Koblenz steigen. Mitte August wurde E.H. in Kiel und H. im Libanon festgenommen. (dapd)

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