Gesundheitsmonitor: 12 Prozent halten ihre Gesundheit für schlecht
Aktualisiert

Gesundheitsmonitor12 Prozent halten ihre Gesundheit für schlecht

Über ein Achtel der Schweizer Bevölkerung hält seinen Gesundheitszustand für schlecht. Trotzdem verringert sich der Anteil jener Personen, die zum Arzt gingen.

Die Schweizer Bevölkerung hält ihren Gesundheitszustand für massiv schlechter als früher. Zwölf Prozent haben ihren Gesundheitszustand im Gesundheitsmonitor 2009 des Forschungsinstitutes gfs.bern als «schlecht» bezeichnet. Vor zehn und mehr Jahren lag dieser Umfragewert regelmässig bei etwa einem Prozent.

Trotz dieser Entwicklung verringerte sich der Anteil jener, die zum Arzt gingen. Nur 26 Prozent der Befragten hatten in den zwölf Monaten vor dem Interview zur Behandlung einen Arzt aufgesucht. Vor neun Jahren lag der entsprechende Wert 17 Prozentpunkte höher. Es scheine, dass bei Beschwerden der erste Arztbesuch hinausgezögert werde, heisst es im Gesundheitsmonitor 2009.

Pro Masernimpfung

Schweizerinnen und Schweizer stehen mehrheitlich hinter der Masernimpfung. 63 Prozent der Befragten wissen gemäss Umfrage, dass Masern nicht harmlos und für Kinder tödlich sein können. Die persönlichen Erfahrungen mit Impfungen im Kindesalter seien für 61 Prozent der Befragten uneingeschränkt positiv.

Die Umfrage ergab zudem, dass das Prämiensystem im Grundsatz unbestritten ist. Deutliche Mehrheiten plädierten für einkommensabhängige Prämien und Franchisen sowie für Belohnungen bei Nichtbeanspruchung von Leistungen und gesundheitsförderndem Verhalten in Form eines Bonus.

Kontra Franchiseerhöhung

Die generelle Erhöhung von Franchisen und Selbstbehalt stösst aber auf wenig Gegenliebe. Kosteneinsparungen sehen die Befragten vor allem bei den Verwaltungskosten der Krankenkassen. Nur 24 Prozent würden bei den Medikamenten sparen. Einschränkungen bei den Wahlfreiheiten sind generell nicht beliebt.

Wie im Vorjahr besteht bei einer knappen Mehrheit die Bereitschaft zu Konzessionen bei Therapiefreiheit und Spitalwahl, wenn damit Prämiensenkungen verbunden wären. Abstriche beim Zugang zu innovativen Medikamenten aus Kostengründen stossen gemäss der vom Forschungsteam um Claude Longchamp durchgeführten Umfrage auf stärkere Ablehnung und auch ein Abbau des Leistungskatalogs stehe nicht zur Diskussion. Die Umfrage wird im Auftrag der Pharmaindustrie durchgeführt. (dapd)

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