Asyl-Dörfli: 12 Stunden zimmern statt Betriebsferien
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Asyl-Dörfli12 Stunden zimmern statt Betriebsferien

Damit die Häuschen für das Oerliker Asyl-Dörfli am 4. Januar bereit sind, legt eine Holzbaufirma aus Gossau ZH zurzeit Sonderschichten ein – alle Mitarbeiter tun dies freiwillig.

von
zed

Die Firma Moser Holzbau AG hätte diese Woche eigentlich Betriebsferien, trotzdem läuft die Arbeit in der Zimmerei auf Hochtouren. Grund dafür ist, dass die Firma kurzfristig mit dem Bau der Flüchtlingshäuschen für die Unterkunft in der Messehalle 9 in Oerlikon beauftragt wurde . Dies nachdem die Kunststoffhäuschen der Ikea beim Brandtest durchgefallen waren. «Die Anfrage für den Auftrag kam am letzten Samstag, da musste ich mich erst einmal setzen und überlegen, ob das überhaupt möglich ist in dieser kurzen Zeit», sagt Co-Firmenleiter Michael Widmer.

Allerdings war dies keine Entscheidung, die Widmer allein fällen konnte: «Natürlich habe ich mich auch mit den Mitarbeitern besprochen. Zum Arbeiten gezwungen wird selbstverständlich niemand.» Es hätten sich alle freiwillig gemeldet. «Sie haben erkannt, dass es sich um eine gute Sache handelt, und kommen deshalb gern zur Arbeit», sagt Widmer.

3800 statt 1500 Franken

Viel Zeit bleibt aber nicht mehr. Die Häuser müssen am 4. Januar bezugsbereit aufgebaut sein. «Im Augenblick arbeite ich zwölf Stunden pro Tag», sagt Widmer. Ausserdem hätte das Material erst noch bestellt und geliefert werden müssen. Und ein Prototyp für die Häuser sei ebenfalls erstellt worden. «Nun geht es daran, das Material für die restlichen 61 Häuser zu verarbeiten.»

Widmer ist sich sicher, dass seine Häuser dem Brandschutztest besser standhalten als die Ikea-Häuschen, die offiziell Better Shelter heissen: «Denn die von uns verarbeiteten Holzplatten entsprechen den Vorgaben der Gebäudeversicherung.»

Das neue Material und die knappe Zeit haben allerdings auch ihren Preis. Während die Ikea-Häuschen pro Stück 1500 Franken kosteten, beläuft sich der Preis für die neuen Häuser auf 3800 Franken, inklusive der Schichtzulage für die Mitarbeiter.

«Heute fährt der erste Lastwagen mit den Bauteilen für Häuser nach Oerlikon», sagt Widmer. Trotz gutem Vorwärtskommen kann er aber momentan noch nicht abschätzen, ob bei Moser Holzbau auch über die Festtage gearbeitet werden muss.

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