Aktualisiert 17.01.2014 16:03

Tat im Kiental12 und 14 Jahre Haft für blutigen Mord

Das Gericht in Thun hat einen Mann und seine Ex-Frau wegen Mordes verurteilt. Der 45-jährige Schweizer muss für 12 Jahre hinter Gitter, die gleichaltrige Frau für 14 Jahre.

Ein Mann und seine Ex-Frau sind am Freitag in Thun wegen einer Bluttat im Jahr 2011 wegen Mordes respektive Anstiftung zum Mord verurteilt worden. Das Gericht sprach lange Freiheitsstrafen aus.

Den 45-jährigen Schweizer verurteilte das Regionalgericht Thun zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Jahren. Die Strafe wird zugunsten einer stationären therapeutischen Massnahme aufgeschoben.

Seine gleichaltrige Ex-Frau verurteilte das Gericht wegen Anstiftung zur Tat zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren.

Partner der Ex-Frau erstochen

Die Gewalttat ereignete sich am 23. November 2011 im Kiental im Berner Oberland. Der 45-jährige Schweizer erstach dort den Partner seiner Ex-Frau mit 26 Messerstichen.

Der Tat ging eine jahrelange Dreiecksbeziehung voraus, geprägt von Liebe, Untreue, Schuld und Abhängigkeiten. Der Angeklagte und seine Ex-Frau waren mehrere Jahre lang verheiratet und hatten gemeinsame Kinder. Wegen einer ausserehelichen Beziehung des Mannes kam es zur Scheidung.

Beziehungsprobleme mit dem neuen Partner

Ein Umstand, der bei dem psychisch angeschlagenen Mann offenbar schwere Schuldgefühle auslöste. Er tat fortan alles dafür, dass es seiner Ex-Frau und den Kindern gut ging. Das bedeutete auch, dass er den neuen Partner seiner Frau bedingungslos unterstützte.

Doch das neue Glück der Frau wurde wiederum getrübt. Die Beziehungsprobleme mit ihrem Partner besprach sie mit ihrem Ex-Mann, in dem sie ihren «besten Freund» sah, wie sie vor Gericht sagte.

Die Staatsanwaltschaft rückte in ihrem Plädoyer am Mittwoch denn auch die Ex-Frau ins Zentrum des Geschehens. Sie sei die treibende Kraft hinter allem gewesen.

So habe die Frau den ihr hörigen Ex-Mann solange mit Klagen und Bitten um Hilfe bedrängt, bis in diesem schliesslich der Entschluss gereift sei, den neuen Partner der Frau zu töten.

Verteidiger verlangte Freispruch

Der Verteidiger der Frau verlangte einen Freispruch für seine Mandantin vom Vorwurf der Anstiftung. Sie habe nichts mit der Sache zu tun. Vielmehr habe ihr Ex-Mann gehofft, sie wieder zurückzugewinnen und deshalb den unliebsamen Konkurrenten aus dem Weg geräumt.

Der Verteidiger des Angeklagten rückte seinerseits die psychischen Störungen seines Mandanten in den Vordergrund. Der Mann höre seit Jahren Stimmen und werde deshalb behandelt.

Die nicht alltägliche Dreiecksbeziehung, seine psychischen Probleme und seine Verhaltensmuster, sich in Abhängigkeiten zu begeben, hätten ihn schliesslich überfordert und zu der Tat verleitet. (sda)

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