Aktualisiert 29.06.2016 14:27

Kantonsgericht SG120 Einbrüche – Rumäne fordert mildere Strafe

Ein 44-jähriger Rumäne wurde wegen Einbrüchen in sechs Kantonen zu einer sechsjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Er fordert eine Reduktion auf zwei Jahre.

Vor dem Kantonsgericht St. Gallen forderte der 44-jährige Einbrecher eine zweijährige Freiheitsstrafe.

Vor dem Kantonsgericht St. Gallen forderte der 44-jährige Einbrecher eine zweijährige Freiheitsstrafe.

Keystone

Der Rumäne stand am Mittwoch vor dem St. Galler Kantonsgericht. Seit April 2014 sitzt der Mann im vorzeitigen Strafvollzug. Das Kreisgericht Toggenburg hatte ihn letztes Jahr wegen 120 Einbrüchen in den Kantonen St. Gallen, Graubünden, Schwyz, Zürich, Glarus und Wallis sowie im Fürstentum Liechtenstein zu sechs Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Die Schuldsprüche betrafen mehrfachen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahl, qualifizierte Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Vergehen gegen das Ausländergesetz und Entwendung eines Fahrzeuges zum Gebrauch. Das Kreisgericht sah es als erwiesen an, dass der Mann sämtliche ihm vorgeworfenen Einbrüche und Einschleichdiebstähle begangen hatte.

Aus Not gehandelt

Am Mittwoch wehrte sich der Rumäne vor Kantonsgericht gegen das seiner Ansicht nach viel zu hohe Strafmass. Er gab zu, dass er

zwischen Juli 2012 und September 2013 wiederholt über die «grüne Grenze» in die Schweiz eingereist ist, um zusammen mit seinem minderjährigen Sohn und unbekannten Landsleuten auf Einbruchtour zu gehen. Allerdings wies er die Verantwortung für einzelne Straftaten ab, die ihm angelastet werden.

Seine Verteidigerin forderte mehrere Freisprüche, eine Reduktion

des Strafmasses auf 24 Monate sowie finanzielle Genugtuung, da sich ihr Mandant bereits über zwei Jahre im Strafvollzug befindet. Der 44-Jährige stamme aus einer sehr armen Region Rumäniens, erklärte sie. Die Arbeitslosigkeit sei hoch. Im Gegensatz zu seinen Brüdern, die nach Grossbritannien und Italien ausgewandert seien, habe er seine verwitwete Mutter nicht allein lassen wollen. Weil er keine Arbeit gefunden habe, sei die Familie in Not geraten und nur deshalb habe er die Einbrüche begangen.

Strafmass zu hoch

Die Verteidigerin zählte mehrere Gründe für eine Strafmilderung

auf: Verschiedene Einbrüche seien nicht bewiesen. Zudem habe der Mann bei einem Drittel der Straftaten nur Lebensmittel für den Eigenkonsum gestohlen. Er habe stets darauf geachtet, dass die Bewohner abwesend seien und auch möglichst wenig Sachschaden angerichtet.

Der Staatsanwalt hatte Anschlussberufung erhoben und forderte im Gegenzug eine Freiheitsstrafe von acht Jahren. Er bezeichnete den Beschuldigten aufgrund seines langen Vorstrafenregisters als

notorischen Einbrecher. Bereits in seiner Heimat hatte er wegen

gleicher Delikte mehrere Jahre im Gefängnis verbracht und auch in Österreich und im Kanton Graubünden sprach die Justiz jeweils mehrmonatige Freiheitsstrafen gegen ihn aus.

Reue beteuert

In seinem Schlusswort beteuerte der Rumäne seine Reue. Er habe

niemals erwartet, eine so hohe Strafe zu erhalten. Er verspreche,

in der Schweiz keine Einbrüche mehr zu begehen. Das Urteil des

Kantonsgerichts St. Gallen folgt in den nächsten Tagen. (sda)

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