Aktualisiert 10.03.2020 16:12

Triboltingen TG

120 Vögel fallen plötzlich vom Himmel und sterben

Mysteriöser Vorfall in Triboltingen TG: Rund 120 Vögel fielen vom Himmel und starben. Experten rätseln über die Ursache.

von
mwa
1 / 8
Passanten machten Ende Februar in Triboltingen eine beunruhigende Beobachtung: Kurz nach 16 Uhr fielen rund 120 Stare wie Steine vom Himmel.

Passanten machten Ende Februar in Triboltingen eine beunruhigende Beobachtung: Kurz nach 16 Uhr fielen rund 120 Stare wie Steine vom Himmel.

iStock Symbolbild
Der Grossteil der Tiere war sofort tot, nur drei von ihnen lebten noch, als ein Behördenvertreter vor Ort eintraf. «Sie mussten getötet werden. Eine Rettung hätte in ihrem Zustand keinen Sinn mehr gemacht», so Roman Kistler, Leiter des Amtes für Jagd- und Fischerei in Frauenfeld.

Der Grossteil der Tiere war sofort tot, nur drei von ihnen lebten noch, als ein Behördenvertreter vor Ort eintraf. «Sie mussten getötet werden. Eine Rettung hätte in ihrem Zustand keinen Sinn mehr gemacht», so Roman Kistler, Leiter des Amtes für Jagd- und Fischerei in Frauenfeld.

iStock Symbolbild
Triboltingen ist ein kleiner Ort im Kanton Thurgau.

Triboltingen ist ein kleiner Ort im Kanton Thurgau.

iStock

Passanten beobachteten an einem Nachmittag Ende Februar in Triboltingen, wie rund 120 Stare wie Steine vom Himmel fielen. «Ein Drittel bewegte noch die Flügel, die restlichen Vögel waren tot», sagt ein Augenzeuge gegenüber der «Thurgauer Zeitung».

Autofahrer sollen sofort Pannendreiecke aufgestellt und die Polizei gerufen haben. Diese wiederum alarmierten die Kantonale Jagd- und Fischereiverwaltung in Frauenfeld. Ein Mitarbeiter von Amtsleiter Roman Kistler rückte aus.

Vor Ort bot sich ihm ein makaberes Bild. Bis auf drei Vögel waren bereits alle verstorben. «Die Überlebenden mussten getötet werden. Eine Rettung hätte in ihrem Zustand keinen Sinn mehr gemacht», so Kistler gegenüber 20 Minuten. Er hätte selten von solchen Fällen gehört. Gesehen hat er noch nie einen. Es sei deshalb sehr schwierig die Ursache für den Absturz der Vögel zu ermitteln. Ein Teil der Vögel wurde dem Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin an der Universität Bern übergeben. Diese fanden heraus, dass die Stare Lungenblutungen wie auch Traumata erlitten hatten.

Vögel in ein Hindernis geflogen?

Kistlers Vermutung ist, dass der Schwarm zuvor in irgendein Hindernis geflogen ist. Er schliesst aus, dass die Vögel danach noch lange weiter flogen. «Es könnte beispielsweise ein Lastwagen gewesen sein.» Für das Thurgauer Amt ist der Fall mit den Berner Ergebnissen abgeschlossen.

Die Spekulation, dass die Vögel aufgrund starker Windböen abgestürzt sind, hält Livio Rey, Mitarbeiter der Vogelwarte Sempach für unwahrscheinlich. Eine plausible Erklärung wäre für ihn, dass die Stare in ein Gebäude oder einer Glasscheibe gedonnert sind. Da es in der Nähe des Fundortes aber keine grossen Bauten mit gefährlichen Scheiben gebe, sei auch das keine wirklich befriedigende Annahme. Er tendiert deshalb auch zur Theorie, dass die Tiere mit einem Lastwagen zusammengeprallt sind. «Wenn beispielsweise ein Greifvogel in den Schwarm fliegt, kann es sein, dass sie in der Aufregung nicht mehr schauen, wohin sie fliegen», so der Experte. Und so könnten sie auch in den Lastwagen geflogen sein.

Obwohl die genaue Todesursache unklar bleibt, ist Rey vom Vorfall nicht beunruhigt. Es sei natürlich schade um die toten Stare. Die Population sei dadurch aber nicht bedroht.

Ähnlicher Vorfall bei Barcelona

Auch in Spanien standen die Behörden vor einigen Wochen vor einem ähnlichen Rätsel: 1oo Stare lagen tot auf der Autobahn in der Nähe Barcelonas. Die Todesursache ist bisher unklar, berichtet das Online-Portal Tag 24. Ein Autofahrer, der den Vorfall beobachtete, stellte Spekulationen an: Bei einer nahe gelegenen Chemie-Fabrik sei es kürzlich zu Explosionen mit drei Todesopfern gekommen. Er glaubt, die Tiere seien durch die eventuell noch vorhandenen Schadstoffe ums Leben gekommen. Die katalanischen Behörden untersuchen den Vorfall.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.