Vogelsterben in Benken - 123 Stare durch Hagel getötet
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Vögel sterben bei Unwetter123 Stare durch Hagel getötet

Beim Unwetter am Sonntag in Benken SG suchten die Vögel Schutz unter einem Baum. Doch der Hagelsturm war zu stark und tötete insgesamt 123 Stare und zwei Milane.

von
Shila Ochsner
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123 Stare und zwei Milane wurden beim Sturm in Benken vom Hagel getötet.

123 Stare und zwei Milane wurden beim Sturm in Benken vom Hagel getötet.

Eric Widmer
Zwei Milane konnten gerettet und in eine Wildvogelpflegestation in St. Gallenkappel SG gebracht werden. 

Zwei Milane konnten gerettet und in eine Wildvogelpflegestation in St. Gallenkappel SG gebracht werden.

Eric Widmer
Eric Widmer pflegte die Vögel, trocknete sie und behandelte ihre Blessuren vom Hagel.

Eric Widmer pflegte die Vögel, trocknete sie und behandelte ihre Blessuren vom Hagel.

Eric Widmer

Darum gehts

  • 125 Vögel wurden letzten Sonntag von dem heftigen Hagelsturm getötet, als sie Schutz unter einem Baum suchten.

  • Zwei Milane konnten gerettet werden. Eric Widmer pflegte sie und konnte sie bereits wieder auswildern.

  • Auch andere Vögel haben mit den Unwettern diesen Sommer zu kämpfen.

In Benken SG tobte am Sonntag ein starker Hagelsturm, der von zahlreichen News-Scouts festgehalten wurde. Mensch wie auch Tier wurde vom Wetter überrascht. Beispielsweise suchten Vögel Schutz in den Bäumen. Auch ein Schwarm Stare versteckte sich im Geäst. Der Hagelsturm war jedoch zu stark für die Tiere. Die Wildhut fand anschliessend 123 tote Stare sowie zwei tote Milane unter einem Baum, wie «FM1 Today» berichtete. Zwei weitere Milane lebten noch und wurden in eine Pflegestation gebracht.

Milane sind genesen

Eric Widmer, Leiter der Wildvogelstation St. Gallenkappel SG, nahm sich den beiden verletzten Milanen an: «Sie waren völlig verdattert und durchnässt, da habe ich sie zuerst einmal getrocknet.» Sorgfältig kümmert er sich auch um die Blessuren der Greifvögel. «Sie haben sich vom Hagel kleine Wunden zugezogen, welche ich desinfiziert habe, damit sie gut heilen konnten», sagt er.

Widmer kümmert sich seit zehn Jahren um verletzte Vögel und kennt sich daher aus. Den Milanen gehe es mittlerweile wieder gut und er konnte sie am Dienstag bereits wieder in die Freiheit entlassen. «Es ist immer das Ziel, dass die Vögel wieder zurück in die Freiheit können», versichert der Vogelpfleger.

Nebst vielen Jungvögeln, die er aufgepäppelt hat, kümmert Widmer sich auch um Unfalltiere. Sogenannte «Pechvögel», wie er sagt, welche einer Katze zum Opfer gefallen sind oder einen Zusammenstoss mit einer Glasscheibe hatten. «Es werden jedes Jahr mehr», bedauert er und weist darauf hin, dass man während der Brutzeiten seine Katze im Auge behalten soll.

Vor allem Jungvögel sind gefährdet

Dass so viele Vögel auf einen Schlag sterben, ist etwas Aussergewöhnliches. Von einem unwetterreichen Sommer sind aber laut Livio Rey, Experte der Vogelwarte Sempach, vor allem Jungvögel betroffen. Sogenannte Nesthocker sind besonders gefährdet: «Jungvögel von Amseln, Rotkehlchen oder Finken kommen ohne Gefieder auf die Welt und müssen durch die Eltern noch gewärmt werden, was bei nassem Wetter schwieriger ist», sagt Rey.

Welche Auswirkungen die Gewitter auf die Vogelpopulationen hat, wird erst in den nächsten Jahren eruiert werden können. Doch Rey beruhigt: «Es ist sehr unwahrscheinlich, dass wegen eines schlechten Sommers die Vogelbestände gefährdet werden.»

Was tun bei verletzen Vögeln

Entscheidungshilfe

Die Schweizerische Vogelwarte Sempach hat seit Neustem auf der Website einen Entscheidungshelfer, der hilft auf die häufigsten Situationen richtig zu reagieren. Auch bei Spezialfällen ist es wichtig, den Rat eines Experten oder einer Expertin einzuholen, denn es braucht eine Bewilligung um die Vögel selbst zu behandeln oder gar aufzuziehen. Die Vogelwarte gibt gerne Auskunft, wann immer sie können. Ansonsten ist auch ein Wildhüter oder eine Wildhüterin eine gute Ansprechperson, vor allem bei grossen Vögeln, diese können auch gefährlich für den Helfenden werden.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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