ETA-Kommando zerschlagen: 125 Kilo Sprengstoff und Entführungspläne gefunden
Aktualisiert

ETA-Kommando zerschlagen125 Kilo Sprengstoff und Entführungspläne gefunden

Nach der Zerschlagung des bislang aktivsten Terror-Kommandos der ETA hat die spanische Polizei zwei Waffenlager der baskischen Untergrundorganisation ausgehoben. In unterirdischen Verstecken wurden unter anderem 125 Kilogramm Sprengstoff gefunden. Ausserdem gibt es Hinweise auf konkrete Entführungspläne eines Politikers.

In der nordspanischen Region La Rioja wurden neben dem besonders starken Sprengstoff auch Zünder, eine Maschinenpistole, grosse Mengen Munition sowie gefälschte Autokennzeichen sichergestellt, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

Ferner seien mehrere Packungen Schlaftabletten und Einwegspritzen entdeckt worden. Sie sollten bei einer Entführung eingesetzt werden, hiess es.

Entführungspläne

Mit der Zerschlagung des Kommandos wurden demnach Pläne der ETA vereitelt, einen sozialistischen Kommunalpolitiker zu verschleppen und ihn dann umzubringen. Dies habe der mutmassliche Anführer der ausgehobenen Zelle, der 28-jährige Arkaitz Goikoetxea, im Verhör gestanden.

Die ETA habe wie 1997 bei der Entführung des konservativen Stadtrats Miguel Angel Blanco vorgehen wollen. Die Terroristen hatten der Regierung damals ein Ultimatum zur Verlegung von ETA- Häftlingen ins Baskenland gestellt.

Madrid weigerte sich, und Blanco wurde nach 48 Stunden erschossen. Die Tat hatte das Land geschockt und eine der bislang grössten Protestwellen gegen die ETA in Spanien ausgelöst.

Richter im Visier

Auch habe die ETA Pläne zur Tötung des baskischen Antiterror- Richters Fernando Grande-Marlaska gehabt. Dieser besitzt eine Ferienwohnung in demselben Haus wie die Eltern der ebenfalls gefassten Freundin von Goikoetxea.

Im Zusammenhang mit der Zerschlagung des Terrorkommandos «Vizcaya» der ETA gab es zudem eine zehnte Festnahme. Bei Razzien in mehreren Städten Spaniens waren am Dienstag bereits neun Verdächtige gefasst worden. Damit wurden nach Angaben der Ermittler neue Anschläge in spanischen Feriengebieten verhindert.

Die militante Untergrundorganisation ETA kämpft seit fast 40 Jahren gewaltsam für die Unabhängigkeit des im Norden Spaniens gelegenen Baskenlandes. Dabei wurden mehr als 820 Menschen getötet. Die EU und die USA betrachten die ETA als Terrororganisation.

(sda)

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