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Olympia History13 als Glückszahl für den Schweizer Sport

Am Mittwoch, dem 13. August 2008, haben die Schweizer hier in Peking gleich drei Medaillen geholt: Fabian Cancellara, Sergei Aschwanden und Karin Thürig. Der grösste Tag in der Schweizer Geschichte bei Olympischen Spielen? Nein, bei weitem nicht.

von
Klaus Zaugg
Peking

Ganz offensichtlich ist die 13 eine magische Zahl im Schweizer Sport. Denn der Freitag, der 13. August 1948, ist sogar der erfolgreichste Tag in der Geschichte unseres Sportes: Mit neun (!) olympischen Medaillen am gleichen Tag.

Staunen beim Gang ins Archiv: Punktgenau 60 Jahre vor dem «goldenen Mittwoch von Peking», am Freitag, dem 13. August 1948, feierten die Schweizer bei den Olympischen Spielen in London neun (!) Medaillen an einem Tag. An diesem 13. August fielen gemäss den noch erhaltenen Aufzeichnungen die Entscheidungen im zwei Tage dauernden Kunstturnen in der Arena «Empress Hall Earls Court». Die Reihenfolge der Disziplinen: Barren, Reck, Ringe, Pferd, Pferdsprung, Bodenturnen.

Schweizer waren Weltstars

Die Schweizer holten dabei neun Medaillen. Dreimal Gold: Michael Reusch (Barren), Karl Frei (Ringe) und Sepp Stalder (Reck). Viermal Silber: Walter Lehmann (Reck und im Mehrkampf), Michael Reusch (Ringe) und im Mannschaftswettkampf. Zweimal Bronze: Sepp Stalder und Christian Kipfer (beide am Barren, dafür kein Platz 4). Die Schweizer Turner waren damals Weltstars. Sepp Stalder, ein Schlosser aus Luzern, präsentierte 1948 erstmals am Reck einen Grätschumschwung in den Handstand, eine Sport-Weltsensation, die als «Stalder-Grätsche» in die Geschichte eingegangen ist.

Um ein Haar hätte es an diesem Freitag, den 13. August 1948, noch eine 10. Medaille gegeben: Die Military-Reiter - Alfred Blaser, Anton Bühler und Pierre Musy - verfehlten auf dem 4. Platz hinter den USA, Schweden und Mexiko nur knapp Bronze. Die Schweiz war 1948 eine olympische Weltmacht und belegte im Medaillenspiegel mit 5-mal Gold, 12-mal Silber und 6-mal Bronze den neunten Platz.

Grösste Schweizer Delegation

Die Dimensionen der Spiele waren allerdings etwas kleiner als heute. 1364 Medienakkreditierungen wurden 1948 ausgehändigt (in Peking über 25 000), lediglich 40 Fotografen und 265 Radio- und TV-Reporter wurden gezählt. 4106 Athleten (heute 10 500) aus 59 Ländern (in Peking 205) machten untereinander 136 Medaillensätze aus (in Peking werden 302 Olympiasieger gekürt). Die Schweizer Delegation war damals allerdings grösser (197 Teilnehmer). Hier in Peking sind es «nur» noch 84. Das hängt damit zusammen, dass es noch keine Limiten zu erfüllen galt. Die Delegation von London ist übrigens die grösste, die je von der Schweiz an Olympische Spiele delegiert worden ist.

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