Aktualisiert 23.01.2015 09:13

UBS-Chefökonom

«13 bis 14 Prozent der Firmengewinne sind weg»

UBS-Chefökonom Daniel Kalt geht davon aus, dass durch den EZB-Entscheid 13 bis 14 Prozent der Firmengewinne in der Schweiz wegfallen.

«Es wäre für die SNB sicher einfacher gewesen, den Schritt im letzten Sommer zu vollziehen», sagt UBS-Chefökonom Daniel Kalt im Interview mit dem «Blick».

«Es wäre für die SNB sicher einfacher gewesen, den Schritt im letzten Sommer zu vollziehen», sagt UBS-Chefökonom Daniel Kalt im Interview mit dem «Blick».

Weil nach dem EZB-Entscheid zum Kauf von Staatsanleihen die Kurse von Euro und Dollar gefallen sind, fallen 13 bis 14 Prozent der Firmengewinne in der Schweiz auf einen Schlag weg. Davon geht UBS-Chefökonom Daniel Kalt aus, wie er in einem Interview mit dem «Blick» vom Freitag sagte.

Gegen 90 Prozent der Gewinne der börsenkotierten Schweizer Firmen würden im Ausland erwirtschaftet, sagte Kalt weiter. Wegen des Kurssturzes von Euro und Dollar würden deren Gewinne nun «weggefressen».

Richtige Entscheidung

Dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) vergangene Woche den Euro-Mindestkurs aufgehoben hatte, taxierte Kalt trotzdem als richtig. Ein Beibehalten des Mindestkurses hätte zu viel gekostet. Man könne sich allerdings über den Zeitpunkt streiten, so Kalt: «Es wäre für die SNB sicher einfacher gewesen, den Schritt im letzten Sommer zu vollziehen.»

Nach der Aufhebung des Mindestkurses war der Eurokurs gegenüber dem Franken massiv gesunken. Mit dem Entscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Donnerstag, im grossen Stil Staatsanleihen zu kaufen, pendelte sich der Kurs gar unter einem Franken für den Euro ein. Es sei gut möglich, dass dies eine Weile so bleibe, sagte Kalt. Er erwarte in nächster Zeit einen stark schwankenden Kurs.

Eurokurs von 1,03 bis 1,12 Franken

Etwas optimistischer zeigte sich Martin Neff, Chefökonom von Raiffeisen Schweiz, in einem Interview mit dem «St. Galler Tagblatt». Er erwartet in nächster Zeit einen Eurokurs von 1,03 bis 1,12 Franken.

«Für mich ist entscheidend, dass wir in drei Monaten über Parität liegen. Das sollte zu schaffen sein», sagte Neff im Interview. Er sei zuversichtlich, dass der Euro gegenüber dem Franken nicht noch mehr verlieren werde.

Er sorge sich allerdings, dass aus der Industrie in nächster Zeit einige schlechte Nachrichten kommen werden. Die Schweiz werde beim Kostenwettbewerb kaum eine Chance haben, so Neff. (sda)

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