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Skandal-Bilder aus Polen13-Jährige lecken Schaum von des Priesters Knien

Ein katholischer Priester musste sich rechtfertigen, nachdem Fotos eines bizarren Initiationsrituals an seiner Schule in Lubin aufgetaucht waren. Nichts ist, wie es scheint. Oder doch?

von
Simone Kubli

Der erste Eindruck täuscht: Die Bilder zeigen keine obszönen Sexpraktiken. Der Rohrstock auf den Beinen des Mannes ist auch keine Peitsche. Der weisse Schaum, den die Mädchen von seinen Knien lecken, ist angeblich kein Schlagrahm.

Und hier fängt die skurrile Geschichte über ein Ritual an, das sich angeblich seit Jahren in der katholischen Hauptschule im südpolnischen Lubin abspielt. Der Herr auf den verstörerischen Fotos sieht sich mit deftigen Vorwürfen konfrontiert, nachdem die Schnappschüsse kürzlich auf der Webseite der Schule aufgetaucht sind und lokale Medien die Vorgänge in der Schule kritisiert haben.

Schlagrahm oder Rasierschaum?

Der Mann ist Priester. Er heisst Marcin Kozyra und ist seines Zeichens der Direktor der Schule. Er sei vollkommen unschuldig. Hier handle es sich lediglich um ein Initiationsritual der Schule, die die 13-jährigen Neuankömmlinge – sowohl Mädchen wie Jungs - durchstehen müssen, meinte er, als er auf die Bilder angesprochen wurde. Das Ritual bestehe darin, von den Knien des Priesters Schlagrahm zu lecken oder kniend die Treppe hinaufzurutschen.

Schlagsahne? Hier dreht die Geschichte ins Absurde: Einige Eltern der Schüler haben den Priester verteidigt. Ihr Argument so simpel wie obskur: Es sei gar kein geschlagener Rahm gewesen, sondern Rasierschaum. Niemand sei gezwungen worden, diesen zu essen, pardon, zu lecken, schrieben die Eltern in ihrem Brief. Der Umstand, dass hier junge Mädchen und Buben auf den Knien einem Priester Schaum ablecken müssen, wurde überhaupt nicht hinterfragt.

Geschmacklos, aber kein Verbrechen

Auch die Schulleitung steht hinter ihrem Oberpriester Kozyra. Janina Jakubowska erklärte der «Gazeta Wroclawska», nicht voreilig zu urteilen. Man kenne die genauen Umstände nicht. Sie wird auf «Daily Mail» zitiert mit den beschwichtigenden Worten: «Es war ein Initiationsritual, vielleicht wars sogar die Idee der Kinder». Doch man werde eine Untersuchung einleiten, sagt sie in der Gazeta Wroclawska.

Idee der Kinder? Wohl kaum. Erfolgreich wurde die Geschichte unter den Teppich gewischt. Lokale Ermittler haben zwar eine Untersuchung angekündigt, doch wenig später eine Anklage gegen den Priester fallen gelassen. Man begnügte sich mit einer verbalen Schelte: Das Benehmen des Priesters Kozyra sei «geschmacklos». Und: Letztlich habe er kein Verbrechen begangen, er habe keine sexuellen Absichten gehegt.

Teufelaustreibung auf der Klassenfahrt

Sexuell motiviert oder nicht? Wenn dieses Ritual zwei Erwachsene machen würden, würde niemand fragen, was da los ist. Es wäre eindeutig. Priester Kozyra ist laut polnischen Medien bereits in der Vergangenheit durch sein seltsames Verhalten aufgefallen. So haben einige Schulabgänger aus Lubin von Klassenfahrten mit Kozyra erzählt, auf denen exorzistische Rituale gefeiert wurden.

Monika Saikowska von der «Nobody's Child Foundation», einer polnischen Kinderschutzgruppe sieht es etwas differenzierter. Auch sie wagte es nicht, dem Priester schmutzige Absichten zu unterstellen, doch sie verurteilte seine Aktion als «unangebracht». Die Kinder seien manipuliert worden, sagte sie gegenüber dem Polskie Radio. «Grenzen wurden überschritten, doch alles stand im Zeichen des Spiels.» Den Zeigefinger erhob sie dann doch noch: Die Eltern mögen mit ihren Kindern «darüber» sprechen.

Hommage an den Priester

Die Fotos wurden wenig später von der Webseite der katholischen Schule entfernt. Das Ritual bleibt wohl erhalten. Denn einige hundert Schüler haben bereits eine Solidaritätsaktion für ihren Schuldirektor Kozyra lanciert. Mit Transparenten demonstrierten sie am Mittwoch vor der Schule. Das Lecken des Schaums sei symbolisch, damit wolle man den Lehrer ehren, sagen die Schüler. Und es war lustig.

Oder in den Worten von Priester Kozyra: Die Kinder spielen nur Katzen.

Newsbericht des polnischen Fernsehens zu den Skandalbildern (YouTube)

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