13-Jährige vergewaltigt und die Tat gefilmt

Aktualisiert

13-Jährige vergewaltigt und die Tat gefilmt

In Zürich wurden 13 männliche Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren verhaftet. Sie sollen am vergangenen Wochenende eine 13-Jährige mehrfach vergewaltigt haben. Sie filmten die Vergewaltigung mit mehreren Handys.

Ein 13-jähriges Mädchen ist am vergangenen Wochenende von 13 Jugendlichen in Zürich Oerlikon mehrfach vergewaltigt worden. Das Mädchen und vier der Jugendlichen gehen ins Zürcher Schulhaus Buhnrain - aber nicht in die gleiche Klasse.

Freund spielte zentrale Rolle

Bei den Tätern handelt es sich um 12 Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren und einen 18-jährigen jungen Erwachsenen. Sie alle wurden am Donnerstag verhaftet. Sechs der Täter stammen aus der Schweiz, zwei aus Serbien und Montenegro, zwei sind Mazedonier und je ein Jugendlicher kommen aus Italien, der Dominikanischen Republik und Bosnien-Herzegowina.

Die 13-jährige Schweizerin hatte sich zur Tatzeit mit ihrem 15-jährigen Freund, einem Mazedonier, in der Wohnung seines 18-jährigen Kollegen aufgehalten. Sowohl der Freund wie auch der Kollege gehören zur Gruppe der Tatverdächtigen; der Freund soll eine zentrale Rolle gespielt haben. Die Verdächtigen wohnen alle in Zürich und kennen sich aus der Nachbarschaft.

Mehrmals pro Tag vergewaltigt

«Während der Befragungen der mutmasslichen Täter stellte sich heraus, dass das Opfer während mehrerer Wochen missbraucht worden ist», sagte Peter Rügger von der Stadtpolizei Zürich. Das Mädchen soll zum Teil mehrmals am Tag vergewaltigt worden sein. Ausser in der Wohnung in Zürich Oerlikon wurde das Mädchen auch im Freien vergewaltigt. «Dabei waren jeweils drei bis acht Personen anwesend», sagte die Polizei.

Am Montag gab es wegen der jüngsten Vergewaltigung Gerüchte im Schulhaus Buhnrain. Die Verantwortlichen des Schul- und Sportdepartements der Stadt Zürich nahmen darauf Kontakt mit der Kinderschutztruppe der Stadtpolizei auf.

Tat gefilmt

Zu allem Übel sollen die Jugendlichen den Übergriff auf die Minderjährige mit ihren Handys gefilmt haben. Die Polizei beschlagnahmte nach Informationen von 20 Minuten 3 Mobiltelefone. Das löst bei der Polizei Besorgnis aus, weil entsprechende Filme im Internet auftauchen und einen Nachahmereffekt auslösen könnten. Noch wisse man aber nicht, ob diese Filme ins Internet gelangt seien.

Ins Rollen kam der Fall, als das 13-jährige Opfer einer Kollegin von den Missbräuchen erzählt habe. Die Schulbehörden und die Polizei zeigten sich entsetzt über den rücksichtslosen und brutalen Überfall auf die 13-Jährige. Man setze alles daran, den Vorfall rasch aufzuklären. Die Vertreterin der Kreisschulpfelge Glattal, Verena Lang Temperli, sagte vor den Medien jedoch, dass der Fall ein gesellschaftliches und nicht ein schulisches Problem sei.

Fall Steffisburg weitet sich aus

Das Opfer wird derzeit von Fachleuten an einem geschützten Ort betreut. Die Eltern der betroffenen Jugendlichen wurden am Donnerstag nach der Verhaftung ihrer Sprösslinge von der Schulpflege über den Vorfall informiert.

(SDA/AP/20 Minuten)

Die Fälle in der jüngsten Zeit

In immer kürzeren Abständen werden Fälle pulik, bei denen Kinder von Kindern sexuell missbraucht worden sind. Steffisburg und Zürich sind vermutlich immer noch nur die Spitze des Eisbergs. In jüngster Zeit wurden noch drei grössere Fälle bekannt: Im Sommer 2006 wurde eine Fünfjährige in Rhäzüns GR von zwei 10- und 13-jährigen Buben vergewaltigt. Rund ein Jahr zuvor wird eine Fünfjährige von einem Nachbarsjungen in Freiburg missbraucht und im Februar 2005 vergewaltigten drei Buben im Alter von 12 respektive 13 Jahren in Felsberg GR eine 12-jährige Kameradin.

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