16.09.2020 13:20

Fataler Ferienausgang13-Jähriger stirbt nach Bad im See an hirnfressender Amöbe

Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und ein steifer Nacken: Als Tanner Wall darüber klagt, denken sich seine Eltern zunächst nichts Schlimmes dabei. Doch wenig später ist ihr Sohn tot.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Kurz nach einem Bad im See zeigte Tanner Wall plötzlich Krankheitssymptome. Kurz darauf setzte seine Hirnaktivität aus. 

Kurz nach einem Bad im See zeigte Tanner Wall plötzlich Krankheitssymptome. Kurz darauf setzte seine Hirnaktivität aus.

Screenshot News4JAX/Youtube
Seine Eltern entschieden sich, die lebenserhaltenden Massnahmen zu beenden. Der 13-Jährige starb. 

Seine Eltern entschieden sich, die lebenserhaltenden Massnahmen zu beenden. Der 13-Jährige starb.

Screenshot News4JAX/Youtube
Schuld an seinem Tod: Naegleria fowleri, einer der tödlichsten Parasiten der Welt. (Im Bild: Naegleria fowleri)

Schuld an seinem Tod: Naegleria fowleri, einer der tödlichsten Parasiten der Welt. (Im Bild: Naegleria fowleri)

Wikimedia Commons/PD

Darum gehts

  • Tanner Wall aus Palatka in Florida starb Anfang August überraschend.
  • Er hatte sich beim Schwimmen mit einem Parasiten infiziert.
  • Dieser war in sein Gehirn vorgedrungen und hatte dieses zersetzt.
  • Tanners Eltern warnen nun andere vor der wenig bekannten Gefahr.

«Es tut uns leid, Ihnen das sagen zu müssen, aber Ihr Sohn … er hat sich eine parasitäre Amöbe eingefangen, und es gibt keine Heilung» – als Travis Tanner und seine Frau diese Worte von den Ärzten hören, fallen sie aus allen Wolken. Denn ihr Sohn – Tanner – war lediglich im See neben ihrem Campingplatz im US-Bundesstaat Florida schwimmen gewesen und hatte eigentlich nichts falsch gemacht, wie der lokale Nachrichtensender «News4Jax» berichtet.

Tatsächlich, das zeigte sich beim Arztbesuch, war Tanners einziger Fehler, etwas Seewasser über die Nase aufgenommen zu haben. Denn dieses war mit Parasiten der Art Naegleria fowleri kontaminiert. Die Amöben kommen überwiegend in Australien und den USA vor. Sie mögen es feucht und warm und breiten sich in wärmeren Gewässern, heissen Thermen und schlecht chlorierten Schwimmbecken aus. In den Meeren sind sie nicht zu finden.

Selten, aber äusserst tödlich

Gelangen die Parasiten ins Gehirn, zersetzen sie innerhalb kurzer Zeit die Gehirnmasse. Eine solche Infektion verläuft fast immer tödlich. So auch bei dem 13-jährigen Tanner. Zwar ergriffen die Ärzte vom University of Florida Health Hospital in Gainsville noch lebensrettende Massnahmen, allerdings ohne Erfolg: Am 2. August zeigte Tanner keine Hirnaktivität mehr. Am Tag darauf verstarb er, wie People.com schreibt.

Tanners Schicksal ist kein Einzelfall. Zwar kommt es nur selten zu einer Infektion, aber die Chancen auf Heilung stehen schlecht: Die Überlebensrate beträgt laut der US-Gesundheitsbehörde CDC weniger als drei Prozent. Von 1962 bis 2018 wurden in den USA 145 Infektionsfälle bekannt, von denen nur vier überlebten. Der Tod von Tanner ist der zweite Fall in Florida im Sommer 2020. Im Juli starb bereits ein 42 Jahre alter Mann an den Folgen seiner Infektion. Im vergangenen Jahr erregte der Tod der erst 10-jährigen Lily Mae Avant Aufsehen.

Darum wandern die Parasiten schnurstracks ins Gehirn

Lange war unklar, was die Parasiten zu einer so zielgerichteten Attacke auf unser zentrales Nervensystem bewegt. Doch im Jahr 2016 vermeldeten pakistanische Forscher im «Journal of Receptors and Signal Transduction», die Lösung gefunden zu haben. Demnach scheint Acetylcholin, ein häufig vertretener Botenstoff der Nervenzellen im Gehirn, als Lockstoff für die Parasiten zu fungieren. Für die Studie hat das Team von der Universität Karachi eine andere Amöbenart untersucht, die den menschlichen Körper über offene Wunden entert: In deren Erbmaterial stiessen sie auf ein Protein, das eine sehr ähnliche Struktur hat wie ein menschlicher Acetylcholinrezeptor. Diesen fanden die Forscher auch bei näherer Betrachtung der Naegleria fowleri vor. Die Forschenden vermuten deshalb, dass sich die gefährlichen Einzeller dank dieses Rezeptors orientieren und immer weiter in die Geweberegionen mit viel Acetylcholin vordringen.

Weitere Fälle verhindern

Tanners Eltern gehen mit dem Tod ihres Sohnes an die Öffentlichkeit, um andere Menschen vor der unsichtbaren Gefahr im Süsswasser zu warnen: «Die Menschen müssen sich von Juli bis Ende September mit dem warmen Wasser bewusst sein, dass diese Amöbe in der Nase hochkommen kann», so der Vater zu People.com. Es könne grundsätzlich überall passieren: beim Tauchen, beim Schwimmen, selbst beim Wasserskifahren. Travis und seine Frau schlagen vor, Warnschilder aufzustellen.

Auch die Gesundheitsbehörde von Florida setzt alles daran, Menschen vor der Aufnahme von Naegleria fowleris , des tödlichsten Parasiten der Welt, zu bewahren. Sie empfiehlt, in Zeiten hoher Wassertemperaturen und niedriger Wasserstände das Schwimmen in warmem Süsswasser zu vermeiden und bei Aktivitäten in warmem Süsswasser Nasenklammern zu verwenden oder sich die Nase zuzuhalten.

Vorsicht auch vor fleischfressenden Bakterien

Naegleria fowleris kommt zwar nur in Süsswasser vor, doch auch im Meer besteht bei Wassertemperaturen ab 20 Grad die Gefahr, sich lebensgefährlich zu infizieren. Dann bilden sich nämlich Bakterien – die sogenannten Vibrionen, die je nach Einfallsort am menschlichen Körper Durchfälle oder Wundinfektionen auslösen können, aber mitunter auch tödlich enden. Menschen mit einem schwachen Immunsystem, Krebserkrankte oder solche mit Leber- oder Nierenschwäche sind besonders gefährdet. Doch es gibt Möglichkeiten, sich zu schützen:

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42 Kommentare
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Milana

17.09.2020, 12:35

Alleinstehende Mädchen sitzen auf dieser Website ---> Getbаdgirl.соm

Hirnverbrannt

17.09.2020, 11:42

War Trump dort auch im Wasser Nur so gefragt.

Tischknaller

17.09.2020, 11:31

Wieso Beileidskundgebungen von hier aus? Ist irgendwie lachhaft