Aktualisiert 20.10.2006 15:40

13 Jahre unschuldig im Gefängnis

Ein vermutlich unschuldiger Mann hat in Brasilien wegen eines Mordverdachts ohne Prozess oder Verurteilung 13 Jahre hinter Gittern verbracht.

Der Staat muss ihm nun eine Entschädigung von zwei Millionen Real (1,19 Millionen Franken) bezahlen.

Dies entschied das Obere Bundesgericht in Brasilia. Wie das Nachrichtenportal G1 am Freitag berichtete, begründeten die Richter ihr Urteil damit, dass es sich um den schlimmsten bekannten Fall «von Anschlag auf die Menschenwürde- und -rechte» in dem südamerikanischen Land handle. Eine Berufung sei nicht möglich.

Der heute 58 Jahre alte Marcos Mariano da Silva verbrachte die 13 Jahre in einem Gefängnis in Recife, der Hauptstadt des nordöstlichen Bundesstaates Pernambuco, obwohl es bis heute weder eine polizeiliche Untersuchung noch ein Gerichtsverfahren gab.

Er wurde erst freigelassen, als die Gefängnisleitung den Behörden nach eigenen Untersuchungen zusicherte, nichts rechtfertige seine Festnahme. Da Silva erkrankte im Gefängnis unter anderem an Tuberkulose und erblindete. Er habe zudem den Kontakt zu seiner Ehefrau und den elf Kindern völlig verloren.

(sda)

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