Vulkanausbrüche: 130 Millionen Jahre altes Leben konserviert
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Vulkanausbrüche130 Millionen Jahre altes Leben konserviert

Forscher haben in Nordchina eine Art tierisches Pompeji gefunden. Dank der Vulkanasche sind die Fossilien ausserordentlich gut erhalten.

von
lmm
Ein versteinertes Säugetier aus der Yxian.

Ein versteinertes Säugetier aus der Yxian.

Gewaltige Aschewolken bei Vulkanausbrüchen haben vor etwa 130 Millionen Jahren im heutigen Nordchina Dinosaurier, Säugetiere und etliche andere Lebewesen konserviert, wie Forscher berichten. Sie seien so gut erhalten wie die Menschen im Jahr 79 nach Christus verschütteten Pompeji. Die Tiere seien wahrscheinlich von sogenannten pyroklastischen Strömen in umliegende Gewässer gerissen worden, schreiben chinesische und US-Forscher im Fachblatt «Nature Communications».

Für die Lebewesen Nordchinas vor 130 bis 120 Millionen Jahren aus den Yixian- und Jiufotang- Gesteinsformationen gibt es einen feststehenden Begriff: Jehol Biota. Unzählige, oft mit vielen Gewebestrukturen erhaltene Überreste von Pflanzen, Insekten, Fischen, Fröschen, Säugetieren und Dinosauriern wurden in dem Gebiet entdeckt.

Eindrucksvollste Lagerstätte

Die Lagerstätte gehöre zu den eindrucksvollsten überhaupt aus dem Erdmittelalter, schreiben die Forscher um Baoyu Jiang von der Nanjing Universität in der Provinz Jiangsu. Wasser- und Landlebewesen fänden sich dort in den gleichen Bodenschichten. Als Ursache der Massensterben hätten schon länger Vulkanausbrüche gegolten. Es sei aber unklar gewesen, was genau passierte und warum die Überreste so ausserordentlich gut erhalten sind.

Die Forscher untersuchten nun 14 Vogel- und Dinosaurier-Fossilien verschiedener besonders bedeutender Fundstellen der Region sowie die Sedimente darum genauer. Alle Überreste seien von einer feinen Schicht vulkanischer Asche umschlossen gewesen, berichten sie.

Eine Reihe von Eruptionen

Zudem hätten sie Zeichen von Verkohlung aufgewiesen. Dies deute darauf hin, dass die Tiere in pyroklastischen Strömen ums Leben kamen, extrem heissen Wolken aus Feststoffen und Gasen, die beim Ausbruch eines Vulkans dessen Hang hinunterrasen können. Dazu passe auch die Körperhaltung vieler Tiere, die mit gerader Wirbelsäule, aber gebogenen Extremitäten konserviert wurden. Dies sei Folge der Verkürzung von Sehnen und Muskeln in der Hitze.

Vermutlich habe es eine ganze Reihe von Eruptionen gegeben, die alles Leben in der Umgebung auslöschten, schreiben die Forscher weiter. Wahrscheinlich hätten immer wieder Glutwolken etliche Lebewesen mitgerissen, ein Teil sei dabei in Gewässern gelandet, abgesunken und so für Jahrmillionen bewahrt worden. (lmm/sda)

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