Luzern: 14'000 Fasnächtler starten fünfte Jahreszeit
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Luzern14'000 Fasnächtler starten fünfte Jahreszeit

Mit der Tagwache um 5 Uhr begann in verschiedenen Landesteilen die Fasnacht. Auf den Strassen tummeln sich gfürchige Grende und kunterbunte Sujets.

von
chk

Donnerstag früh sind in der Schweiz wieder verschiedene Orte vorab in den katholischen Landesteilen mit Inbrunst in den Fasnachtstaumel gestartet. In Luzern liessen sich rund 14'000 Fasnächtler und Schaulustige den Urknall über dem Seebecken nicht entgehen. Im Schnitt der vergangenen zehn Jahre waren es jeweils knapp 13'000 Personen. Für den Nachmittag des Schmutzigen Donnerstags und den Umzug werden tausende zusätzliche Besucher erwartet.

Urknall 2016 Luzern

(Video: Camille Marlene Kündig)

Bereits in der morgendlichen Dunkelheit gab es auf den Plätzen und in den Gassen der Luzerner Altstadt kein Durchkommen mehr. Ein Gemenge aus Einzelmasken und phantastischen Gruppen fieberte dem offiziellen Auftakt zur Fasnacht entgegen. Bei trockenem Wetter und einer Temperatur von vier Grad herrschte bestes Feierwetter.

Grössere Zwischenfälle blieben aus

Punkt fünf Uhr in der Früh war es soweit: Der ohrenbetäubende Urknall verbunden mit dem Jubel der Menge war Startschuss für die «rüüdigen Fasnachtstage». Danach legte das Boot mit dem Fasnachts-Oberhaupt Bruder Fritschi und dessen Gefolge beim Schweizerhofquai an. Von dort pflügte sich der Tross durch die Menschenmenge zum Kapellplatz, wo ein Gewitter von Papierschnitzeln über die Fasnächtler niederging.

Es kam zu keinen grösseren Zwischenfällen. Ein Mann (33) wurde beim Löwengraben durch einen umgekippten Fasnachtswagen leicht verletzt. Der Fasnächtler wurde zur Kontrolle ins Spital gebracht. Davon abgesehen ist die Fritschi-Tagwache ruhig verlaufen: Die Ordnungshüter sind nur auf wenige stark alkoholisierte Personen gestossen und die Fasnächtler haben laut einem Polizeisprecher einen freundlichen Umgang an den Tag gelegt.

Im Nachthemd auf der Strasse

Auch anderswo waren die Narren los: In der Stadt Solothurn haben in den frühen Morgenstunden mit der traditionellen Chesslete die närrischen Tage begonnen. Tausende in weisse Nachthemden gekleidete Narren mit weisser Zipfelmütze auf dem Kopf und rotem Halstuch rissen die Stadt mit viel Lärm aus dem Schlaf.

Auf Kommando um fünf Uhr nahmen mehrere Tausend Fasnächtler ihre Glocken, Rätschen und Hörner in Betrieb und zogen lärmend durch die Solothurner Altstadt und Vorstadt.

«Wieduwotsch»

Das Motto der Chesslete lautet in diesem Jahr «wieduwotsch» («Wie du willst»). Die Stadt Solothurn nennt sich während der fünften Jahreszeit kurzerhand Honolulu. Der seit dem Jahr 1888 bekannte Brauch der Chesslete soll den Winter vertreiben – und für viel gute Laune sorgen.

Weiter wird am Donnerstag auch in anderen Zentralschweizer Kantonen, im Aargau, in St. Gallen, Teilen des Tessins sowie im Wallis der Start in die fünfte Jahreszeit ausgiebig gefeiert.

Bis am Aschenmittwoch ist es nun in den Stammlanden der Fasnacht mit der winterlichen Ruhe vorbei. Stimmen die Prognosen, wird das Wetter während des Trubels der Fasnächtler in den kommenden Tagen nicht viel schöner, dafür wärmer. (chk/sda)

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