Aktualisiert 12.03.2012 15:49

Drama in Istanbul

14 Bauarbeiter in Zelt verbrannt

In der türkischen Metropole Istanbul ist es in einem grossen Zelt zu einem folgenschweren Brand gekommen: Mindestens 14 Arbeiter, die darin schliefen, kamen dabei ums Leben.

In dem Zelt schliefen die Bauarbeiter eines nahen Einkaufszentrums.

In dem Zelt schliefen die Bauarbeiter eines nahen Einkaufszentrums.

Bei einem Brand auf einer Grossbaustelle in der türkischen Metropole Istanbul sind 14 Arbeiter ums Leben gekommen. Offenbar sei das Feuer durch ein elektrisches Heizgerät in den zur Unterbringung der Arbeiter benutzten Zelten ausgelöst worden, sagte der Bürgermeister des Stadtteils Esenyurt, Necmi Kadioglu.

Auf der Baustelle in Esenyurt im europäischen Teil von Istanbul entsteht ein neues Einkaufszentrum. Die Arbeiter waren für das Projekt aus Ost- und Zentralanatolien an den Bosporus gebracht worden und wohnten in Plastikzelten, in denen sie sich nachts mit Hilfe von Elektro-Öfen vor der Kälte schützten.

Das Feuer habe sich rasend schnell ausgebreitet, sagte ein Überlebender dem türkischen Fernsehsender NTV. «Innerhalb von fünf Minuten brannte alles licherloh», sagte er. Wenn die Arbeiter statt in den Zelten in modernen Wohncontainern untergebracht worden wären, hätte sich ein solches Unglück nicht ereignen können.

Kritik wird laut

Auch Arbeitsminister Faruk Celik kritisierte das Fehlen von Wohncontainern. Mögliche Verstösse gegen Vorschriften würden geprüft. Die türkischen Behörden liessen laut Medienberichten fünf mutmassliche Verantwortliche festnehmen, darunter den Baustellenleiter.

In der Türkei müssten Arbeiter oft mit lebensgefährlichen Bedingungen zurechtkommen. Dem Nachrichtenportal Bianet zufolge starben im vergangenen Jahr insgesamt 558 Arbeiter in der Türkei bei Unfällen. Allein in den ersten beiden Monaten dieses Jahres seien es bereits mehr als 100 Tote gewesen. (sda)

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