Sex-Falle: 14-jährige «Fabienne» war ein Polizist
Aktualisiert

Sex-Falle14-jährige «Fabienne» war ein Polizist

Ein 41-jähriger Aargauer nahm im Internet Kontakt zu einem Mädchen auf und wollte sie zum Sex treffen. Doch am vereinbarten Ort erwartete ihn die Kantonspolizei. Er wurde zu einer hohen Geldstrafe verurteilt.

von
Attila Szenogrady

Es war am 20. April 2010, als ein heute 41-jähriger Aussendienstmitarbeiter aus Gränichen an Vormittag in seiner Wohnung an seinem Computer im Internet herum surfte. Dabei nahm er unter der Bezeichnung «Fussliebhab-ER» Kontakt zu einem 14-jährigen Mädchen namens «Fabienne» auf. Der verheiratete Schweizer kam schnell zur Sache. Er fragte die Schülerin, ob sie einen 40-jährigen Mann treffen wolle und dass er Ballerinas mit schwarzen Strümpfen liebe. Dann bohrte er weiter und wollte von «Fabienne» wissen, ob sie Lust auf Erotik habe. Auf «streichle, schläcke und küsse?»

Bei Treffen verhaftet

Der Angeklagte reagierte auf die anzüglichen Antworten umgehend und vereinbarte mit der Schülerin für den Nachmittag ein Treffen in Zürich. Mit dem Ziel, die minderjährige Schülerin zu sexuellen Handlungen zu missbrauchen. Am Treffpunkt in einem Mc-Donalds-Restaurant erlebte der Aargauer um 13.45 Uhr eine böse Ueberraschung. Anstelle von «Fabienne» erwarteten ihn Beamte der Kantonspolizei Zürich. Sie verhafteten den Mann, der aufgrund der erdrückenden Beweislage schon bald ein umfassendes Geständnis ablegte.

Hohe, bedingte Geldstrafe

Am Dienstag stand der Beschuldigte vor dem Bezirksgericht Zürich und gab im Rahmen eines abgekürzten Verfahrens alle Vorwürfe zu. Er akzeptierte auch die hohe Geldstrafe der zuständigen Staatsanwältin. Patricia Brunner hatte 300 Tagessätze zu 150 Franken gefordert. Insgesamt also 45 000 Franken. Allerdings auf Bewährung, da es sich beim Aargauer um einen Ersttäter handelte. Die Gerichtsgebühr von 1 500 Franken muss er aber bezahlen.

Eine richterliche Befragung zur Person oder Sache fand nicht statt. Bei der Urteilseröffnung sagte die Einzelrichterin jedoch, dass der Angeklagte im Lebensalltag Aenderungen vornehmen müsse, um eine Rückfall zu vermeiden.

DNA-Profil aufgenommen

Im Urteil wurde auch festgelegt, dass der Angeschuldigte bei der Kantonspolizei Zürich sein DNA-Profil abgeben muss. Dies soll im Rahmen einer Wangenschleimhaut-Abnahme erfolgen. Der Beschuldigte hatte insofern Pech, dass er noch letztes Jahr in die Polizei-Falle getappt war. Seit Januar 2011 ist diese Art der polizeilichen verdeckten Ermittlung im Internet nicht mehr erlaubt.

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