Nahost: 14-jähriger Palästinenser getötet
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Nahost14-jähriger Palästinenser getötet

Ein 14-jähriger Palästinenser, der nach Militärangaben einen Brandanschlag auf jüdische Siedler im Westjordanland verüben wollte, ist von israelischen Soldaten erschossen worden.

Der Jugendliche sei beobachtet worden, wie er nahe der jüdischen Siedlung Jitzhar die Lunte einer Brandbombe angezündet habe, teilten die Streitkräfte am Samstag mit. Daraufhin hätten Soldaten das Feuer eröffnet. Bei dem Getöteten sei später auch ein Messer gefunden worden.

Jitzhar im Norden des Westjordanlands wird von radikalen Siedlern bewohnt, die sich mit ihren palästinensischen Nachbarn häufig gewaltsame Auseinandersetzungen liefern. Vor einigen Tagen setzten sie Olivenhaine von Palästinensern in Brand und verwüsteten ein palästinensisches Dorf. Zuvor war ein neunjähriger jüdischer Junge von einem Palästinenser mit einem Messer leicht verletzt worden.

Der Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten wurde am Samstag erneut für zwei Tage geöffnet. Kranke und Studenten an Universitäten im Ausland dürften den Übergang benutzen, erklärte das Innenministerium der radikalislamischen Hamas. Rund 3.000 Palästinenser hätten sich für die Ausreise registrieren lassen. Rafah ist der wichtigste Grenzübergang für die Bewohner des Gazastreifens, um ins Ausland zu gelangen. Er wurde nach der Machtübernahme der radikalislamischen Hamas im Juni 2007 auf Drängen Israels geschlossen.

Die Hamas beklagte unterdessen, dass Israel bei den Verhandlungen über einen Gefangenenaustausch einen Rückzieher gemacht habe. Israel habe versprochen, 1.000 palästinensische Häftlinge aus dem Gefängnissen zu entlassen, wenn im Gegenzug der im Sommer 2006 entführte Soldat Gilad Schalit freigelassen werde, erklärte Hamas-Führer Mahmud Sahar am Samstag. Nun aber sei nur noch von 450 Häftlingen die Rede. Wenn dies so bleibe, werde auch die Hamas die Bedingungen ändern und ihre Forderungen erhöhen, drohte Sahar. (dapd)

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