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Klage gegen Whatsapp und Youtube14-Jähriger stirbt wegen Momo Challenge

Ein makabres Internetspiel hat in Frankreich zu einem Todesfall geführt. Ein Vater hat unter anderem gegen Whatsapp und Youtube Klage eingereicht.

Die Eltern von Kendal fanden ihren Sohn tot in seinem Zimmer auf – aufgehängt mit seinem Kimono-Gürtel. Kendal war lebensfroh gewesen und hätte von sich aus nie Selbstmord begangen, so die Familie. Er sei an den Folgen der Momo Challenge gestorben. Das makabre Spiel, das über Whatsapp verbreitet wird, fordere die Teilnehmer zu gefährlichen Handlungen auf, die bis zum Tod führen könnten, sind die Eltern überzeugt.

Klage auch gegen Dating-Website

Kendals Vater hat nun eine Klage wegen «Gefährdung des Lebens» gegen Youtube, Whatsapp und den französischen Staat eingereicht. «Ich beschuldige Youtube und Whatsapp, junge Menschen nicht zu schützen», sagte René Gattino zur Nachrichtenagentur AFP. Auch gegen eine Dating-Website reichte der Vater Klage ein, weil sich sein noch minderjähriger Sohn dort ohne Altersprüfung hatte einschreiben können. «Ich denke, dass der Staat die Gefahren, die vom Internet ausgehen, nicht ausreichend berücksichtigt.»

Mit den rechtlichen Schritten wolle die Familie vor allem die Öffentlichkeit warnen und Tragödien gleicher Art in Zukunft verhindern. Die genauen Umstände und die Todesursache werden laut Staatsanwalt derzeit ermittelt.

Nachfolger der Blue Whale Challenge

Momo ist eine Statue aus Japan, die in der Vanilla Gallery in Tokio ausgestellt wurde. Momo ist eigentlich ein sogenannter Yokai, ein Geist aus dem japanischen Volksglauben. Im Sommer machte ein Kettenbrief mit dem Foto der Kreatur die Runde und erschreckte unzählige Whatsapp-Nutzer. Später resultierte daraus die Momo Challenge.

Letztes Jahr warnte Frankreichs Polizei bereits vor den Risiken eines ähnlichen Spiels. Bei der Blue Whale Challenge wurden junge Menschen während 50 Tagen vor Herausforderungen gestellt, die bis zur letzten Stufe – dem Selbstmord – immer lebensbedrohlicher wurden. (afp)

Suizidgedanken? Hier finden Sie Hilfe

Beratung:

Dargebotene Hand, Tel. 143, (143.ch)

Angebot der Pro Juventute: Tel. 147, (147.ch)

Kirchen (Seelsorge.net)

Anlaufstellen für Suizid-Betroffene:

Nebelmeer – Perspektiven nach dem Suizid eines Elternteils (Nebelmeer.net);

Refugium – Geführte Selbsthilfegruppen für Hinterbliebene nach Suizid (Verein-refugium.ch);

Verein Regenbogen Schweiz (Verein-regenbogen.ch).

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