Salem, USA: 14-Jähriger tötet seine Lehrerin und geht ins Kino
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Salem, USA14-Jähriger tötet seine Lehrerin und geht ins Kino

Philip Chism war 14 Jahre alt, als er seine Lehrerin ermordete, vergewaltigte und ihre Leiche entsorgte. Dem Teenager droht eine lebenslange Haftstrafe.

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Im Prozess um den Mord an Colleen Ritzer verkündet demnächst ein Gericht in Salem im US-Staat Massachusetts die Strafe für den Mörder. Laut Gerichtsexperten ist der Fall jedoch klar: Philip Chism, heute 16 Jahre alt, wird sehr wahrscheinlich zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Es liege an Richter David A. Lowy zu entscheiden, ob Chism allenfalls nach 15 Jahren Haft auf Bewährung freikommt, schreibt «Boston.com».

Vergangene Woche hatte die Jury Chism wegen Vergewaltigung und Ermordung seiner Mathelehrerin schuldig gesprochen. Der Schüler war im Oktober 2013 der 24-Jährigen in die Damentoilette seiner damaligen Schule gefolgt, um sie auf heimtückische Weise zu ermorden: Chism würgte Ritzer, stach mindestens 16-mal mit einem Teppichmesser auf sie ein und verging sich am Schluss an ihr.

Bilder der Überwachungskameras des Schulgeländes brachten die Details der Tat ans Licht: Chism steckte nach der Tat Ritzers Leiche in eine Mülltonne und legte sie in einem Waldstück nahe der Schule ab. Danach wechselte der damals 14-Jährige seine blutverschmierten Kleider und ging ins Kino. Er bezahlte die Eintrittskarte mit der Kreditkarte seines Opfers.

Chism stand strafrechtlich als Erwachsener vor Gericht

Während des Prozesses räumten die Anwälte des Teenagers ein, dass er an einer schweren psychischen Erkrankung litt und somit unzurechnungsfähig gewesen sei. Der Teenager sei kurz vor dem Mord von Tennessee nach Danvers gezogen und habe Schwierigkeiten, sich in seine neue Umgebung einzuleben. Freunde habe er kaum welche gehabt. Er galt als schüchtern und sehr ruhig.

Ein von der Verteidigung herangezogener Psychiater sagte aus, dass Chism Stimmen gehört und unter dem Einfluss eines psychotischen Schubs gestanden habe, als er seine Lehrerin tötete. Ein weiterer Zeuge, ein Schüler aus Chisms neunter Klasse an der Danvers High School, erzählte der Jury, dass der Täter an jenem Tag «auf etwas wütend war». Chism habe mit seiner Mathematiklehrerin gestritten, bevor er mit sich selbst redend den Raum verliess. Doch statt nach Hause zu gehen, wartete er auf dem Gang auf sie.

Das Gericht hielt den Angeklagten jedoch für zurechnungsfähig und behandelte ihn wegen der Schwere des Verbrechens nach dem Erwachsenenstrafrecht. Laut «Boston Globe» wird Richter Lowy am 29. Januar das definitive Strafmass verkünden.

Bilder der Überwachungskamera der Danvers High School (Video: Youtube/WCVB Channel 5 Boston )

Philip Chism versteckt die Leiche des Opfers in einer Mülltonne. Dann geht er ins Kino. (Video: Youtube/Mockingbird Row)

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