Aktualisiert 09.01.2005 20:08

14-Jähriger von Schnellzug erfasst – Beine abgetrennt

Tragödie im Seeland: Ein Schnellzug erfasste einen 14-Jährigen und trennte ihm beide Beine ab. Was der Jugendliche an der Böschung der Geleise machen wollte, ist noch unklar.

Freitag, 14.30 Uhr. Der Schnellzug Biel–Bern hat gerade den Bahnhof Lyss durchfahren. Kurz darauf sieht der Lokführer einen Jugendlichen auf dem Trassee liegen: Der Oberkörper zwischen den Schienen, beide Beine auf dem Gleis. Der Lokführer leitet eine Notbremsung ein, doch der Doppelstockzug überrollt den Jungen. Beide Beine werden ihm unterhalb der Knie abgetrennt. Der 14-Jährige wird mit der Rega ins Spital geflogen. Er sei nicht mehr in Lebensgefahr, sagte gestern ein Polizeisprecher.

In Lyss ist man geschockt. Über die Hintergründe des Unglücks wird gerätselt. Die Polizei meldete am Freitag, der Jugendliche habe am steilen Bahnbord gespielt und sei gestolpert. «Das kann ich mir nicht vorstellen», sagt Kurt Wyss vom Piccadilly-Pub, der direkt bei der Unglücksstelle wohnt. «Ich habe hier noch nie Kinder spielen sehen. Das ist so gefährlich. Hier fahren ständig Züge vorbei.»

Wollte der 14-Jährige Suizid begehen? Tatsächlich gibt es solche Gerüchte: Er habe am Morgen in der Schule gesagt, er wolle sich aufs Gleis legen. Schon vor einigen Wochen hatte sich ein Mädchen am gleichen Ort vor den Zug geworfen.

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