Basel: 14 Jahre Gefängnis im Giftmord-Prozess

Aktualisiert

Basel14 Jahre Gefängnis im Giftmord-Prozess

Im Prozess um die Tötung eines Mannes mit einem Medikamenten-Cocktail hat das Basler Strafgericht die 41-jährige Angeklagte zu 14 Jahren Freiheitsstrafe wegen Mordes verurteilt. Das Urteil fiel aufgrund von Indizien; die Frau hatte die Vorwürfe stets bestritten.

Das Gericht ging davon aus, dass die Angeklagte am 26. Januar 2008 dem damals 26-jährigen Opfer einen Mix von Medikamenten gespritzt hatte, deren Kombination zum Erstickungstod führte. Vorausgegangen war eine kurze, schwierige Beziehung, wie der Gerichtspräsident am Freitag in der mündlichen Urteilsbegründung darlegte.

Kennengelernt hatten sie sich, als die Frau nach dem Scheitern einer langjährigen Ehe erst kurz allein wohnte und darunter litt. Der Mann hatte Probleme mit Alkohol und seiner Verlobten. Auch vor der Angeklagten wurde er mit der Zeit egoistisch und demütigend, verleugnete sie und fuhr alkoholisiert ihr Auto und ihren Scooter zu Schrott.

Nach rund acht Wochen kam es zum Verhängnis. Die Angeklagte bestritt vor Gericht, bei dem Mann die Spritzen gesetzt zu haben; sie habe sie nur aufgezogen. Auch die Medikamente wollte sie nicht an ihrem Arbeitsplatz an einer Universitätsklinik, wo sie als Operationsassistentin arbeitete, besorgt haben.

Aussagen nicht geglaubt

Doch ihre Aussagen seien «wenig glaubhaft», sagte der Gerichtspräsident; sie habe sich zum Teil widersprochen und auch ihre Angaben dem Stand der Ermittlungen angepasst. Aufgrund von Indizien sowie Experten- und Zeugenaussagen ging das Gericht vielmehr von einer vorsätzlichen Tat aus.

Die Frau habe dabei krass egoistisch und heimtückisch gehandelt: Sie habe nicht hinnehmen wollen, dass andere statt ihr den Mann bekommen könnten und zudem das Opfer beim Spritzen der Medikamente arglos gelassen. Andererseits bescheinigte ihr das Gericht eine leicht verminderte Steuerungsfähigkeit.

Mit dem Strafmass folgte das Gericht dem Staatsanwalt. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Die Frau muss sich im Strafvollzug einer ambulanten Psychotherapie unterziehen. Zudem sprach das Gericht der Mutter des Opfers eine Genugtuung von 30 000 Franken und dem Vater sowie der Verlobten von je 15 000 Franken zu. (sda)

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