20.06.2020 05:45

Ostschweiz und Tessin

140 Kilo Kokain in Bananenkisten bei Coop gefunden

In mehreren Coop-Filialen wurde Kokain gefunden. Rund 140 Kilo waren in Bananenkisten versteckt. Die Bundesanwaltschaft ermittelt.

von
Jeremias Büchel
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Versteckt in Bananenkisten wurde kürzlich Kokain gefunden.

Versteckt in Bananenkisten wurde kürzlich Kokain gefunden.

Foto: Keystone
Die Drogen wurden in mehreren Coop-Filialen gefunden.

Die Drogen wurden in mehreren Coop-Filialen gefunden.

KEYSTONE
Eine grössere Menge Kokain wurde im Coop in Haag entdeckt.

Eine grössere Menge Kokain wurde im Coop in Haag entdeckt.

Screenshot Google Streetview

Darum geht es

  • In mehreren Coop-Filialen in den Kantonen St. Gallen, Glarus, Graubünden und Tessin wurde Kokain in Bananenschachteln gefunden.
  • Laut Bundesanwaltschaft wurden insgesamt rund 140 Kilo Kokain beschlagnahmt.
  • Die Drogen stammen aus Südamerika und sind über die Niederlande in die Schweiz gelangt.

Allein in der Filiale im Einkaufszentrum Haag Center in Haag SG sollen 50 Kilo Kokain, versteckt in Bananenschachteln, gefunden worden sein. Auch in weiteren Filialen in der Region sollen Drogen gefunden worden sein. Insider sprechen von rund einem halben Dutzend weiterer Filialen. Nachdem die Drogen in der einen Filiale gefunden wurden, seien mehrere leitende Coop-Angestellte angewiesen worden, ihre Bananenlieferungen zu kontrollieren. «Alle Geschäftsführer der Region wurden angewiesen, Bananenschachteln zu kontrollieren», so ein Leserreporter. Das Kokain soll nicht in präparierten Früchten, sondern den Kisten beigelegt gewesen ein. Pikant: In den Schachteln wurden auch Peilsender gefunden.

Lieferung aus Holland

Die Bundesanwaltschaft (BA) bestätigt auf Anfrage von 20 Minuten, dass in der letzten Woche in den Kantonen Glarus, Graubünden, St. Gallen und Tessin in den Filialen eines Grossverteilers in Bananenschachteln insgesamt circa 140 Kilo Kokain sichergestellt worden sind. «Die Ware stammt aus einer Lieferung aus Holland mit Ursprung Südamerika», schreibt die Bundesanwaltschaft. Gegen die unbekannten Täter wird ermittelt. Weitere Angaben macht die Bundesanwaltschaft derzeit nicht. Der Wert der Drogen beträgt mehrere Millionen Franken. Coop möchte die Drogenfunde nicht kommentieren. «Wir äussern uns grundsätzlich nicht zu allfälligen Ermittlungen», heisst es auf Anfrage von 20 Minuten.

70 Kilo Kokain in Berner Reiferei gefunden

Unsere Bananen kommen zum Teil in Frachtschiffen von Südamerika nach Europa, wo sie in Häfen wie Hamburg, Rotterdam oder Antwerpen landen. Von dort werden sie in die Schweiz transportiert. Viele der hierzulande verkauften Bananen stammen aus Ecuador, Kolumbien oder der Dominikanischen Republik. Meist gehen die Bananen nach der Ankunft in Europa in eine Reiferei. 2011 wurden in so einem Unternehmen in Utzenstorf BE 70 Kilo Kokain gefunden. Ermittlungen ergaben, dass das Kokain in Bananenschachteln verpackt von Antwerpen in den Kanton Bern gelangte. Es wurde damals vermutet, dass Drogenhändler die Lieferung im belgischen Nordseehafen irrtümlicherweise nicht in Empfang genommen hatten, wie 20 Minuten damals berichtete. Weitere 30 Kilo wurden später in den Kantonen Thurgau und Graubünden sichergestellt.

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Kokain für 25 Millionen Euro in Aldi-Bananen

Kokainfunde in Bananenlieferungen kommen ab und zu vor. Im Frühling 2019 wurde bei einer Bananenlieferung für Aldi im deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern eine halbe Tonne Kokain gefunden. Der Wert wurde damals auf 25 Millionen Euro geschätzt. 2015 wurden in Aldi-Filialen in Berlin und Brandenburg insgesamt fast 400 Kilo der Droge gefunden. Fündig wurden Zollfahnder auch 2012 im Hafen in Antwerpen. Nicht weniger als acht Tonnen Kokain waren in Bananenkisten zwischen den Früchten versteckt. Die Fracht befand sich in einem Container auf einem Schiff aus Ecuador. Der Wert des Fundes wurde damals auf 500 Millionen Euro geschätzt.

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