143: Jeder fünfte Anruf wegen Familienproblemen
Aktualisiert

143: Jeder fünfte Anruf wegen Familienproblemen

Immer öfter sind Probleme in der Familie ein Grund für einen Anruf auf der Notfallnummer der «Dargebotenen Hand». Fast jeder Fünfte der jährlich knapp 210 000 eingehenden Anrufe dreht sich mittlerweile um Schwierigkeiten in Ehe oder Familie.

Als Beispiele genannt werden Gleichgültigkeit des Ehepartners, Überforderung mit den Kindern, Unverständnis der Eltern und sexueller Missbrauch in der Familie, wie der Verband in einem am Dienstag veröffentlichten Communiqué schrieb.

Ausserhalb der Familie sind Gesundheit, Arbeit, materielle Sicherheit und das soziale Netz häufige Ursachen von Problemen. 2 Prozent der Beratungen der «Dargebotenen Hand» betreffen eine Suizidgefährung, bei 10 Prozent geht es um Einsamkeit als Problem.

Die «Dargebotene Hand» bietet über die Telefonnummer 143 und über www.143.ch eine anonyme Krisenberatung an. 630 speziell ausgebildete Freiwillige halten diese Kanäle rund um die Uhr offen. Das Angebot wird täglich von 572 Menschen genutzt.

Insgesamt 208 904 Hilferufe gingen nach Angaben im Communiqué im letzten Jahr ein, etwas weniger als im Rekordjahr 2004, aber doppelt so viele wie vor 10 Jahren. Rund zwei Drittel der Hilfesuchenden sind Frauen.

Neben den Freiwilligen beschäftigt die «Dargebotene Hand» 41 Mitarbeitende in 24 Vollzeitstellen. Bei einem Gesamtaufwand von 595 000 Franken verbuchte der Verband im vergangenen Jahr einen Verlust von fast 83 000 Franken. (sda)

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